Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 01.02.2010 23:00:00
Als er seinen ersten Tag als Formel-1-Rückkehrer mit Bravour gemeistert hatte, strahlte Michael Schumacher über das ganze Gesicht. "Es hätte nicht schöner sein können. Das war ein super Tag, das Auto hat perfekt funktioniert. Und ich fühle mich auch im Auto auf Anhieb sehr wohl. Es ist so, dass ich im Prinzip gleich loslegen könnte", sagte Schumacher, der bei seinem ersten Testtag im neuen Werks-Mercedes in Valencia Drittschnellster war und vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg lag.

Valencia (SID/dpa). Merce-des-Sportchef Norbert Haug war nicht überrascht von Schumachers Auftritt. "Ich denke, dass er sich sehr gut vorbereitet hat. Und wir hatten ja auch angenommen, dass es funktionieren kann", sagte Haug.

Um 15.29 Uhr hatte der Kerpener die Schumacher-lose Zeit in der Formel 1 beendet, als er auf der Rennstrecke in Valencia im neuen Silberpfeil erstmals auf die Piste rollte. Er begeisterte damit rund 2000 Fans, die den ganzen Tag auf diesen Moment gewartet hatten. Und kaum auf der Piste, fand Michael Schumacher auch schnell wieder zu altem Tempo zurück.

"Ich bin die erste Runde rausgefahren und habe gedacht: Uppala, das ist aber ganz schön flott. In der zweiten Runde ging’s dann. Das war im Prinzip wie 1991 für mich", sagte er. In seiner 18. Runde war der 41-Jährige erstmals 45 Tausendstelsekunden schneller als sein fast 17 Jahre jüngerer Teamkollege Nico Rosberg, am Ende des Testtages waren es fast sechs Zehntelsekunden, was Schumacher nicht überbewerten wollte: "Niko hat heute morgen im Prinzip nur Fahrten gemacht, um das Auto zu checken."

Schneller als Schumacher waren gestern nur Ferrari-Pilot Felipe Massa (Brasilien) und Pedro de la Rosa (Spanien) im Sauber.

Rosberg hatte zwar um 10.35 Uhr die Ehre der Jungfernfahrt im ersten Werks-Mercedes seit 55 Jahren, doch schon beim Fototermin um 8.56 Uhr hatte er sich mit ernster Miene neben dem strahlend lächelnden Schumacher ein wenig komisch gefühlt. "Daran muss ich mich wirklich gewöhnen, wenn wie bei der Präsentation heute morgen 100 Kameras auf Michael gerichtet sind und eine auf mich", sagte der 24-Jährige, der aber immerhin mit dem ersten Eindruck vom MGP W01 zufrieden war. "Man kann zwar noch nicht allzu viel sagen, aber es war okay. Man konnte gleich attackieren", meinte Rosberg, der wegen einer zu tiefen Sitzposition aber Probleme mit der Sicht hatte.

"Das war ein super Tag", meinte erfreut Schumacher, der auch bekräftigte, keinerlei Probleme mit dem Nacken verspürt zu haben. Und schon vor den ersten offiziellen Proberunden hatte er prophezeit: "Später im Verlauf der Testfahrten, wenn ich dann meinen Rhythmus gefunden habe und merke, ich kann eine Runde wie die andere fahren, ich bin absolut am Limit, dann bekomme ich diese Fahr-Geilheit."Meinung