Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 02.02.2010 23:00:00
Michael Schumacher sattelte um, und Marathon-Mann Felipe Massa machte mobil: Der Ferrari-Fahrer hat auch am zweiten Testtag der Formel-1-Saison das Tempo vorgegeben. 124 Runden raste der Brasilianer auf dem Circuit Ricardo Tormo, war nach der Bestzeit zum Auftakt auch am zweiten Tag der Schnellste.

Valencia (dpa/SID). Nico Rosberg wurde im Mercedes Fünfter, sein Rückstand auf Massa betrug gestern 1,177 Sekunden. Im Vergleich zu Schumachers bestem Umlauf am Montag war Rosberg 0,048 Sekunden schneller. Der Rekordweltmeister ist auch aus ärztlicher Sicht uneingeschränkt bereit ist für sein Renncomeback - den Silberpfeil tauschte er gestern aber noch gegen ein Rennrad.

Erst heute steigt der Kerpener erneut in seinen MGP W01. "Michael kann sich wieder aufs Fahren konzentrieren", betonte sein Arzt Johannes Peil in Valencia und stellte fest: "Wir sind soweit." Der Comeback-Versuch des siebenmaligen Weltmeisters als Massa-Ersatz nach dessen schwerem Unfall im Juli vergangenen Jahres in Budapest war noch an Schumachers Schädelbasisverletzung durch einen Motorradunfall gescheitert. Nun sagte Peil: "Wir sind von der Verletzung weg."

Schumacher selbst hatte tags zuvor schon lächelnd nach seinem ersten Formel-1-Test 2010 in Sachen Nacken erklärt: "Den habe ich gut eingeölt, alles Rostige ist entfernt. Jetzt kann es vorangehen." Schumacher sei jetzt wieder im normalen Zyklus, erörterte Chefarzt Peil von der Sportklinik Bad Nauheim. "Er kann den normalen Umfang trainieren." Sprich vier bis sechs Stunden Training und Behandlung pro Tag.

Ergo schwang sich Schumacher aufs Rennrad – übrigens von einem italienischen Hersteller. Mit silbergrauem Helm, roter Jacke und langer Hose angesichts Temperaturen von knapp über 10 Grad Celsius trotz herrlichen Sonnenscheins ging er – begleitet von seinem Physio – auf Radeltour.

Währenddessen spulte Massa sein Programm im F10 ab. "Ich fühle mich hundertprozentig fit", sagte der Brasilianer schon zur Halbzeit seines zweitägigen Testprogramms: "Ich bin bereit, Rennen zu fahren und ich bin glücklich, wieder dort zu sein, wo ich vor meinem Unfall war." Schnellster am Montag nach 102 Runden, Bestzeit gestern. Insgesamt drehte Massa 226 Runden mit der neuen "Roten Göttin".

Der neue Silberpfeil absolvierte allerdings nicht viel weniger und umkurvte den Kurs 198 Mal. Allein, dass der Ferrari an beiden Tagen schneller war. "Ganz klar, Ferrari hat ein gutes Auto", sagte Mercedes-Teamchef Ross Brawn in einem Interview auf der Homepage des Magazins "autosport". Sicherlich sei das Auto "nicht langsam", meinte da auch Massa.

Nachdem Massa zum Auftakt auch seinen ehemaligen Teamkollegen Schumacher (3.) auf Distanz gehalten hatte, kam am zweiten der drei Testtage Ex-Champion Lewis Hamilton als Dritter im McLaren-Mercedes ebenfalls nicht an den Brasilianer ran.

Unterdessen ist das neue Punktsystem für die Formel 1 kurz vor der Verabschiedung. Die Formel-1-Kommission des Automobil-Weltverbandes FIA hat die auf Wunsch der Teams noch einmal veränderte Wertung inzwischen verabschiedet. Demnach erhält der Sieger künftig 25 statt bisher 10 Punkte, der Zweite 18 Punkte (statt 8) und der Dritte 15 Punkte (statt 6). Wie die FIA gestern mitteilte, muss jetzt noch das World Motor Sport Council, das innerhalb von 48 Stunden informiert wird, die Änderung offiziell absegnen. Dazu hat das Gremium fünf Tage Zeit.

Nach dem neuen System werden künftig die ersten zehn Fahrer (25-18-15-12-10-8-6-4-2-1) mit WM-Punkten belohnt, bislang waren es lediglich die ersten Acht (10-8-6-5-4-3-2-1). Dieses System war 2003 eingeführt worden. Zuvor hatten seit Gründung der Königsklasse 1950 jeweils nur die ersten sechs Fahrer WM-Punkte erhalten.