Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 03.02.2010 23:00:00
Vancouver (dpa). Auf der Mauer, auf der Lauer: Bettwanzen-Alarm bei Olympia! Die 3,8 bis 5,5 Millimeter Meter großen Parasiten - wissenschaftlich: Cimex lectularius - sind ein leidiges Thema vor den Winterspielen in Vancouver. "In den letzten Jahren hat die Plage leider zugenommen", räumte eine Sprecherin der örtlichen Gesundheitsbehörde ein, versicherte aber: "Für die Sportler in den olympischen Dörfern dürfte dies kein Problem sein."

Die Hauswanze ist ein Blutsauger und nistet sich vorzugsweise in Matratzen ein. Wenn’s krabbelt, dann kribbelt’s auch. Ihr Speicheldrüsensekret ruft bei Menschen unangenehmen Juckreiz hervor. Außerdem wurden Krankheitserreger wie das Hepatitis-B-Virus bei den rotbraunen Tierchen entdeckt; die Übertragung auf Menschen ist jedoch nicht nachgewiesen.

"Olympische Wanzenspiele", titelte kürzlich die "Süddeutsche Zeitung" und zitierte Richard Taki, Direktor der Gesundheitsbehörde Vancouver Coastal Health: "Sobald man die Tür eines stark befallenen Raumes öffnet, bewegen sich die Wanzen auf einen zu. Manchmal entdeckt man Tausende von ihnen unter einer Matratze."

Die behaarten Insekten mit der chemischen Keule zu bekämpfen, davon ist man nicht nur in Kanada abgekommen - aus ökologischen Gründen. Obwohl sich die Wanzen gerade an der Westküste seit der Jahrtausendwende vehement vermehrt haben. "Das hat auch mit Tourismus zu tun", erklärte die Sprecherin der Gesundheitsbehörde, "außerdem leben in Vancouver Menschen aus aller Welt." Experten vermuten, dass die kleinen Kosmopoliten im Ebay-Zeitalter auch mit allen möglichen Einrichtungsgegenständen und Designerklamotten um die Welt reisen. Für die Schädlingsbekämpfer sind zudem Flohmärkte die reinsten Massenveranstaltungen für Wanzen.

"Wird die Wanze das Maskottchen sein?", schrieb ein mit roten Quaddeln übersäter Blogger und Vancouver-Tourist auf www.bedbugger.com. Ein anderer prophezeite, dass die Athleten viel mehr als nur Medaillen mit nach Hause tragen werden. In Broschüren raten Behörden den Hotelgästen, unbedingt unter die Matratze zu schauen. Auszurotten sind die Wanzen und ihre Eier nur, wenn die befallenen Zimmer mindestens einen Tag mit einem speziellen Ofen auf über 55 Grad erhitzt werden. Eingefroren werden können die Plagegeister auch bei Winterspielen nicht.