Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 14.02.2010 23:00:00
Als Simon Ammann zum dritten Mal auf den Skisprung-Olymp flog, trauerte Michael Uhrmann dem erneut nur knapp verpassten Edelmetall nach. Zwar vergoss der Bayer nach seinem fünften Platz auf der Normalschanze keine Tränen wie 2006. Doch richtig freuen konnte sich Uhrmann über das hervorragende Ergebnis zum Auftakt der XXI. Olympischen Winterspiele auch nicht

Dennoch wies er jeglichen Anflug von Enttäuschung zurück. "Vor vier Jahren war es schlimmer. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich die Besten kitzeln konnte", sagte er.

In Turin hatten dem Vater von zwei Töchtern auf Rang vier nur 0,5 Punkte zu Bronze gefehlt, dieses Mal waren es 5,5 Zähler. "Ich bin gut gesprungen, aber für eine Medaille hätte ich sehr gut springen müssen. Ich kann trotzdem aufrecht rausgehen", meinte Uhrmann nach Sprüngen von 103,5 und 102 Metern. "Er war knapp dran. Ich würde aber davon abraten, jetzt sentimental zu werden. Das Leben ist nicht gerecht", meinte Bundestrainer Werner Schuster und zollte Uhrmann ein Extra-Lob: "Es ist ganz toll, dass solch ein aufrichtiger Sportler noch einmal nachweisen konnte, welche Klasse er hat."

Noch vor zwei Wochen war Uhrmann weit weg von der Weltspitze, bei der ersten Olympia-Entscheidung auf dem kleinen Bakken im Callaghan Valley dann aber ganz nah dran am großen Coup. Als Zweiter ging der Mannschafts-Olympiasieger von 2002 ins Finale, wo der Medaillentraum jedoch platzte. "Ich habe den Sprung vom Unterkörper her einen Tick zu weit nach vorne angesetzt und bin dadurch nicht so gut vom Tisch weggekommen. Da habe ich vielleicht die zwei, drei Meter verloren. Aber wir brauchen nicht auf Kleinigkeiten rumreiten", meinte Uhrmann und stellte klar: "Die oben stehen, waren den Tick besser. Da muss man sich nicht schämen, wenn man Fünfter wird."

Vor allem Weltcup-Spitzenreiter Ammann war eine Klasse für sich. Mit 105 und 108 m ließ er den Polen Adam Malysz und Gregor Schlierenzauer aus Österreich weit hinter sich. "Das ist irre", schrie der kleine Schweizer seine Freude über das dritte Olympia-Gold nach dem doppelten Triumph vor acht Jahren in Salt Lake City heraus. "Simon hat das souverän nach Hause gefahren. Für ihn hat es emotional eine große Bedeutung, noch einmal Gold gewonnen zu haben", meinte Martin Schmitt.

Der Vizeweltmeister kam mit 99,5 und 103,5 m auf Rang zehn. "Mit Martin bin ich sehr zufrieden. Toll, dass er so eine gute Performance abgeliefert hat", meinte Schuster. Für Schmitt wäre sogar noch mehr drin gewesen, hätte er zwei gleichmäßig gute Sprünge ins Tal gebracht. "Mit dem Ergebnis kann ich auf jeden Fall leben. Es war ein guter Auftakt."