Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Stendal PZS: SDL Prio: höchste Priorität IssueDate: 14.02.2010 23:00:00
Das Trainer-Debüt von Sven Liesegang in der Handball-Bundesliga war gestern leider nicht, wie im Stillen vielleicht erhofft, von Erfolg gekrönt. Der SC Magdeburg verlor bei der SG Flensburg-Handewitt mit 24:27 (12:15). Besonders ärgerlich war dabei, dass der als Favorit ins Rennen gegangene Gastgeber keineswegs unschlagbar war und für die Magdeburger mit mehr Cleverness und weniger Fehlern durchaus etwas in der "Hölle Nord" drin gewesen wäre.

Flensburg/Magdeburg. SCM-Rückraum-Kanonier Andreas Rojewski, der – von ein paar kleinen, vermeidbaren Patzern mal abgesehen – mit acht Toren eine beachtliche Leistung bot, konnte und wollte nach dem Abpfiff seine Enttäuschung nicht verbergen.

"Wir hatten uns so viel vorgenommen, um so bitterer ist es, dass es nicht geklappt hat. Dabei hat uns nicht viel gefehlt. Am Ende waren es vielleicht zwei, drei leichte Fehler zuviel, in deren Folge wir schnelle Kontertore gefangen haben", analysierte der Linkshänder den Knackpunkt in der Partie, als man in der 55. Minute bis auf 21:23 verkürzt hatte, dann jedoch mehrere Chancen leichtfertig vergab. So konnte Flensburg durch zwei schnelle Tore die Weichen endgültig auf Sieg stellen (25:21/57.).

Dennoch konstatierte Rojews-ki, dass die Magdeburger im Angriff vieles von dem, was sie sich in der Vorbereitung unter Interimscoach Liesegang erarbeitet hatten, bereits umsetzen konnten: "Das schnelle, flotte Spiel nach vorn ist uns teilweise schon ganz gut gelungen. Wenn wir auf dieser Leistung aufbauen, können wir das Heimspiel gegen Göppingen sicher auch erfolgreicher gestalten", versuchte sich der 25-Jährige an dem Positiven aus der Partie aufzubauen.

Lars Christiansen, mit sieben Toren erfolgreichster Schütze der SG, war dagegen der Meinung, sein Team habe "verdient gewonnen, aber man muss auch sagen, es war ein hartes Stück Arbeit". Die Kritik von SG-Manager Holger Kaiser in der Halbzeitpause, der Mannschaft fehle Leidenschaft und Emotion, konterte der erstmals als Kapitän fungierende Däne trocken: "Von außen lässt sich das leicht sagen. Ich denke, wir waren voll bei der Sache, allerdings müssen wir nach der EM-Pause noch unseren Rhythmus finden."

Probleme, in die Partie zu kommen, hatten die in Bestbesetzung in den Norden gereisten Magdeburger eher nicht; nachdem auch die angeschlagenen Theuerkauf und Rojewski grünes Licht signalisiert hatten. Doch nach dem 3:3 (6. Minute) bauten die Gäste den Gegner durch leichte Fehler im Angriff (am Ende waren es gut ein Dutzend) sowie nachlassende Aggressivität in der Deckung auf. So konnte sich der Gastgeber vom 6:3 (9.) über 9:5 (16.) bis zum 13:8 (24.) den SCM vom Leib halten. Zu allem Überfluss verletzte sich Grafenhorst auch noch so schwer, dass er mit einer Oberschenkelzerrung raus musste.

In der zweiten Hälfte waren es dann vor allem der gut aufgelegte Keeper Eijlers (insgesamt 15 Paraden) und Rojewskis Doppelpack zum 17:19 (43.), die den SCM wieder ins Spiel brachten. Doch, wie bereits erwähnt, standen sich die Magdeburger auf dem Weg, das Blatt noch zu wenden, selbst im Wege, so dass die Flensburger den Sack relativ mühelos zumachen konnten.

"Schade, da war mehr drin", trauerte SCM-Interimsgeschäftsführer Steffen Stiebler dem möglichen Punktgewinn hinterher. "Zum Schluss hat Flensburg die nötige Cleverness gehabt, um das Ding noch zu ziehen. Dagegen gelang es uns im entscheidenden Moment aufgrund zu vieler individueller Fehler nicht, das Blatt zu wenden."

Flensburg: Beutler, Sjöstrand - Christiansen 7/2, Carlén 4, Karlsson, Eggert 2/2, Mogensen 3, Svan Hansen 4, Johannsen, Heinl 2, Petersson, Boesen 5.

SCM: Eijlers, Müller – Rojewski 8, Wiegert 2, van Olphen 2, Weber 3, Theuerkauf 3/3, Grafenhorst 2, Tönnesen 2, Jurecki 2, Krause, Coßbau.

Schiedsrichter: Damian/Wenz (Bingen/ Mainz). Zuschauer: 6143. Siebenmeter: Flensburg 5/4, SCM: 3/3. Zeitstrafen: Flensburg 3, SCM 2.