Z: Wernigerode ZS: WR PZ: Wernigerode PZS: WR Prio: höchste Priorität IssueDate: 14.02.2010 23:00:00
Am 19. Spieltag der Handball-Verbandsliga gab es für den HV Ilsenburg eine bittere 37:38-Niederlage beim Tabellenzweiten SV Wacker Westeregeln. Die Gäste aus dem Harz führten zur Pause mit 18:16.

Ilsenburg/Westeregeln. "Heute hat nicht das bessere, sondern das glücklichere Team gewonnen", konstatierte Ilsenburgs Trainer Michael Löwe nach dem Abpfiff. Zuvor hatte er seine Mannschaft über den längsIen Zeitraum der Begegnung in Führung gesehen.

Ilsenburg reiste ohne seine Abwehrbolliden Michael Gohlke und Sebastian Kausch zum Zweiten der Verbandsliga, zudem fehlte Torwart Thomas Reuner. Aber trotz der Schwächung bot der HVI ein klasse Spiel. In den ersten Minuten war diese torreiche Begegnung ausgeglichen (10:10). Danach übernahmen die Harzer mehr und mehr das Zepter und lagen immer knapp in Führung. Sicherlich war die Deckung aufgrund der fehlenden Spieler diesmal nicht so sattelfest, weil aber der Angriff erfolgreich war und über 60 Minuten eine gute Wurfquote unter Beweis stellte, war der HVI besser. Westeregeln überzeugte mit dem Dreieck Deutscher, Jakobi und Grau. Letztgenannter demonstrierte wieder seine tolle Übersicht und war zudem selbst oft torgefährlich. Kreisspieler Jakobi – sobald mit dem Spielgerät in Aktion – ist nur schwer zu bändigen. Die willensstarken Ilsenburger hielten aber bemerkenswert gut dagegen und gingen mit einer 18:16-Führung in die Pause.

Auch im zweiten Abschnitt sahen die Zuschauer ein temporeiches, hartes, jedoch nie unfaires Spiel, bei dem die Ilsenburger weiterhin knapp die Nase vorn hatten. Beim 34:30 für die Löwe-Sieben lag eine Überraschung in der Luft, mindestens ein Punkt für die Harzer war realistisch. Dallmann kassierte allerdings in dieser Phase seine dritte Zeitstrafe – eine weitere Alternative im Rückraum war damit raus. In den Schlussminuten folgten zwei weitere Zeitstrafen gegen den HVI. In Überzahl verkürzten die Westeregelner zunächst auf 36:37, um kurz danach auszugleichen. Die Begegnung hatte passenderweise in der Schlussminute ihren Höhepunkt erreicht. 30 Sekunden vor dem Abpfiff verwandelte der SV Wacker einen Strafwurf zur Führung. Die Harzer Gäste hatten noch Zeit für den Ausgleich, der Freiwurf ging aber nicht ins Tor.

Ilsenburgs Trainer Michael Löwe war verständlicherweise etwas geknickt ob des Resultats, kam dennoch zu einem positiven Fazit: "Ein Kompliment an meine Mannschaft, sie hat alles gegeben. Bei 37 Auswärtstoren sollte man jedoch einen Sieg mitnehmen. Wenn wir bis zum Saisonende weiterhin auswärts so auftreten wie jetzt in Westeregeln, holen wir noch einige Punkte, da bin ich mir sicher. Fortuna war aber diesmal nicht mit uns im Bunde. Das Glück des Tüchtigen wurde nicht belohnt. Noch in der letzten Saison sah dies aus unserer Sicht anders aus."

HV Ilsenburg: Tischmeyer, Gelinski – Eckardt (12/4), Glage (5), Dallmann (6/1), Kays (4), Fahtmann (10/1), Stecker, Scharun, Kunze, Reuner.