Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 15.02.2010 23:00:00
Zuckerbrot statt Peitsche: Nach der bitteren Auftakt-Pleite hat Bundestrainer Hermann Weinbuch die deutschen Nordischen Kombinierer in einen kurzen Olympia-Urlaub geschickt. "Wir gehen zwei, drei Tage nach Vancouver runter, damit die Jungs dort abschalten, entspannen und sich geistig wieder erholen. Danach wollen wir neu angreifen", sagte Weinbuch. Im ersten der drei olympischen Wettbewerbe hatten Eric Frenzel als Zehnter, Tino Edelmann auf Platz 18 und Björn Kircheisen als 22. die angestrebte Medaille deutlich verpasst.

"Unsere Favoritenrolle sind wir jetzt erst mal los", stellte Vize- Weltmeister Edelmann fest. In Vancouver will das Trio die Köpfe frei bekommen, um bei den Wettkämpfen auf der Großschanze das erhoffte Edelmetall zu holen. "Wir nehmen die Lauf-Ski mit, werden aber nur locker trainieren. Wir sind jetzt auch als Psychologen gefragt", meinte Weinbuch. Einmal Kraftraum, einmal Loipe und ansonsten viel Freizeit – so sieht das lockere Programm aus.

Bei der ersten olympischen Bewährungsprobe hatten die Deutschen auf der Schanze gepatzt. "Wir hätten beim Springen weiter vorn sein müssen. Das war leider nicht der Fall", meinte Frenzel. Bei der Aufholjagd in der Loipe setzte das DSV-Trio alles auf eine Karte – und verlor.

"Wir haben nicht die Klasse, bei schlechtem Wind vorne mitzuspringen", stellte Weinbuch fest und lobte Olympiasieger Jason Lamy Chappuis aus Frankreich: "Er ist schon die ganze Saison über der Beste, springt und läuft in einem Rausch. Er ist ein absolut verdienter Sieger."

Trotz des enttäuschenden Abschneidens sind Frenzel, Edelmann und Kircheisen für den Mannschafts-Wettbewerb am 23. Februar und die zwei Tage später anstehende Einzel-Entscheidung auf der Großschanze gesetzt.

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