Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 15.02.2010 23:00:00
In der Nacht zum Montag hat er die Nachricht erhalten, vergessen war die Enttäuschung der vergangenen Wochen, da ihn der Bob- und Schlittenverband Deutschland nur als Ersatzmann nominiert hatte: Nun sitzt er im Team des Piloten Karl Angerer, der ihn persönlich über die jüngste Entwicklung informierte.

Andreas Bredau ist reif für Whistler, für Olympia 2010, er ist dabei, weil der Oberhofer René Hoppe verletzungsbedingt ausgefallen ist. "Das war mein Ziel, ein Traum wird für mich wahr", sagte er gestern der Volksstimme. Allerdings klang da keine laute und euphorische Stimme durch den Hörer, sie war vielmehr ausgeglichen und ruhig. Natürlich ist es ein Höhepunkt, erklärt der 25-Jährige. Aber er empfindet es auch "als ganz normalen Wettkampf". Die Anspannung beim gebürtigen Burger kommt bestimmt.

Heute startet der Flieger in Richtung Vancouver. Am 27. und 28. Februar kämpft er im Angerer-Team um einen Platz unter den besten zehn. "Das ist das primäre Ziel", sagt Bredau. Weiter denkt der Anschieber, der für den WSV Königssee startet, nicht – auch, um sich selbst nicht unter Druck zu setzen.

"Die Bahn ist sehr schnell und man hat gesehen, was passieren kann", blickt Bredau auf den tragischen Tod des georgischen Rennrodlers Nodar Kumaritaschwili am Freitag zurück. Auch Bredau muss sich auf den Eiskanal einstellen, muss die Kurven kennen, "das ist wie beim Motorradfahren", erklärt er. Aber die Hauptlast, den Bob auf der optimalen Linie ins Ziel zu steuern, die liegt beim Piloten.

Mit Angerer im Viererbob ist Bredau in dieser Saison schon zweimal gestartet. Beim Weltcup-Rennen in Königssee belegte das Team den fünften Rang, in Sankt Moritz wurde es Zweiter. Ende Januar hat Bredau im Vierer mit Pilot Manuel Machata (Königssee) Gold bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Sankt Moritz gewonnen, im Zweier holten sie Silber.

Erfahrung auf internationalem Eis bringt Bredau mit. Und er möchte "verletzungsfrei wiederkommen". Zwei Jahre hatte sich der ehemalige Diskuswerfer nach einer schweren Rückenverletzung zurück zur Form gequält. Und seit gestern weiß Bredau, dass sich jeder Schweißtropfen gelohnt hat.