Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 17.02.2010 23:00:00
Frage: Der Olympiasieg fehlte neben dem Europameistertitel noch in Ihrer Sammlung. Es waren schwierige Momente an dieser Bahn, wie ist nun Ihre Gefühlswelt?

Tatjana Hüfner: Ich bin überglücklich, dass mir jetzt der vierte Lauf auch so gut gelungen ist, denn ich war schon ein wenig nervös. Ein bisschen habe ich auch versucht, es zu genießen. Aber ich habe mich auch noch mal voll darauf konzentriert, wo die Idealspur ist und wo ich mit dem Schlitten hin will. Das ist mir wirklich gut gelungen und darauf bin ich auch ein bisschen stolz. Ein Traum ist Wirklichkeit geworden, ich bin überglücklich.

Frage: Welche Auswirkung hatten die Streckenverkürzung und der neue Start?

Hüfner: Es war natürlich ein Problem, eine große Umstellung für uns. Es war ein ganz anderer Startbock mit völlig anderer Charakteristik. Es war für uns quasi die Schlüsselstelle. Ich habe versucht, da von Anfang an mit einer Lösung heranzugehen und dies ist mir ganz gut gelungen, außer im ersten Lauf.

Frage: Wurde den Deutschen durch den veränderten Start ein Vorteil genommen?

Hüfner: Wir Deutschen gelten ja auch als gute Starter. Durch die Verkürzung und den Junioren-Start relativiert sich das ein wenig. Da haben wir deutlich gesehen, dass die Europameisterin Tatiana Iwanowa und die Österreicherin Nina Reithmayer dort sehr gut rumkommen am Start. Da fiel der Startvorsprung für uns schon mal weg.

Frage: Welche Gedanken gingen denn durch Ihren Kopf, als nach Lauf eins nicht die Führung an der Anzeigetafel stand?

Hüfner: Ich bin ins Ziel gekommen und habe die Zwei gesehen und wusste, dass die Deutschen noch nicht runter sind. Das war natürlich komisch, da habe ich kurz ein wenig geschluckt. Aber ich wusste auch, dass ich oben einen kapitalen Fehler gemacht habe und diesen Rückstand aufholen kann. Danach habe ich nur noch versucht anzugreifen und zu kämpfen.

Frage: Nun sind einige Tage nach dem Tod des Georgiers Nodar Kumaritaschwili vergangen. Wie haben Sie persönlich den schrecklichen Unfall verarbeitet?

Hüfner: Ich habe den Unfall leider im Kraftraum live im Fernsehen gesehen. Es ist ein tragischer Unfall, meine Anteilnahme gilt den Angehörigen. Ich habe dann versucht, das schnell wieder auszublenden. Das darf man dann gerade als Rodler nicht allzu sehr an sich heranlassen. Ich habe versucht nach vorn zu schauen.

Frage: Ihre Eltern waren ja live an der Bahn. Hatten Sie vor dem Rennen Kontakt?

Hüfner: Die wissen, dass sie mich in Ruhe lassen müssen. Das ist seit eh und je so, sie können im Prinzip nur was Falsches sagen vor dem Start. Dann sollen sie lieber gar nichts sagen. Wenn ich was von ihnen will, dann melde ich mich. Jetzt können wir ja genug quatschen.