Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 19.02.2010 23:00:00
Der Super-G bleibt bei Olympia die Domäne der "Super-Elche": Der Norweger Aksel Lund Svindal fuhr in Whistler in den Olymp und setzte sich auf dem heiligen Berg der Ski-Götter an die Seite seines legendären Landsmannes Kjetil Andre Aamodt, der 1992, 2002 und zuletzt auch 2006 in der zweitschnellsten alpinen Disziplin triumphiert hatte. Bei der siebten Olympia-Auflage des Super-G war es damit schon der vierte Sieg eines "Wikingers".

Svindal verwehrte mit seinem Erfolg US-Star Bode Miller die Krönung einer schillernden Karriere: der exzentrische Amerikaner belegte 0,28 Sekunden hinter dem 27-jährigen Norweger Platz zwei. Dritter wurde völlig überraschend Millers Teamkollege Andrew Weibrecht (0,31). Der einzige deutsche Starter, Stephan Keppler aus Ebingen, schied nach einer schwachen Vorstellung aus. "Das war eine Scheißfahrt", sagte er zu seiner indiskutablen Vorstellung.

"Das ist echt cool. Ich habe Kjetil früher immmer im Fernsehen gesehen - und nun das! Diese Spiele werden immer besser für mich", sagte Svindal, der schon in der Abfahrt Silber geholt hatte: "Man muss Gas geben, Spaß haben, locker sein, dann klappt das schon." Aamodt zollte seinem Nachfolger umgehend Respekt. "Ich kann vor ihm nur den Hut ziehen. Er hat gezeigt, was für ein Ausnahmesportler er ist", sagte der Ex-Rennläufer.

Miller war dagegen enttäuscht. "Silber ist die etwas weniger gute Medaille, es ist kein ideales Ergebnis für mich, aber es ist okay", sagte der 31-Jährige, der in der Abfahrt Bronze gewonnen hatte.

Svindal lag in der Abfahrt lediglich 0,07 Sekunden hinter Überraschungssieger Didier Defago (Schweiz). Danach kündigte er an: "Ich habe hier noch zwei gute Chancen: Im Super-G und im Riesenslalom. Eine davon will ich nutzen." Nur vier Tage später ließ der dreimalige Weltmeister den Worten Taten folgen.

Der Modellathlet aus Kjeller in Süd-Norwegen ist alles andere als ein Überraschungssieger. Svindal hat im Weltcup vier Super-G gewonnen. Bei der WM vor einem Jahr war er Dritter. Vor einigen Monaten hat er sich in Whistler auf die Strecke geschlichen, die den Kanadiern zum Training vorbehalten bleiben sollte. "Ich kroch unter dem Zaun durch und ging inkognito auf die Piste", sagte er.

Einige Athleten wie Keppler hatten mit der Kurssetzung zu kämpfen, auch die Besten kamen nicht ohne kleine Fehler durch.

Keppler erwischte indes einen rabenschwarzen Tag. Schon nach 25 Fahrsekunden konnte er nur mit Mühe einen Sturz verhindern, nach 52 unterlief ihm ein weiterer böser Schnitzer. Nach dem nächsten Fehler war das Rennen für den 27-Jährigen dann vorzeitig zuende: Nach etwas über einer Minute verpasste er ein Tor und schied aus.

"Mit Olympia war es bei mir nix", sagte Keppler, der schon als 24. der Abfahrt enttäuscht hatte.