Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 21.02.2010 23:00:00
Als Simon Ammann alle Störmanöver mit dem Flug in eine neue Dimension des Skispringens gekontert hatte, verneigten sich sogar die Erzrivalen aus Österreich. "Simon ist sensationell und überragend", sagte Wolfgang Loitzl im Namen seiner haushoch geschlagenen österreichischen Teamkollegen: "Er hätte auch ohne seine neue Bindung gewonnen. Er ist einfach der Beste." Auch der Dritte, Gregor Schlierenzauer, erkannte die historische Leistung Ammanns fair an: "Er ist ein Vorbild für mich."

Ammann wiederholte sein Gold-Double von 2002 in Salt Lake City und ist damit als erster Skispringer viermal Olympiasieger in einem Einzelspringen geworden. Damit überflügelte er den Finnen Matti Nykänen, der eine seiner vier Goldmedaillen im Teamwettbewerb gewonnen hatte.

Ammann ist nun der erfolgreichste Schweizer bei Winterspielen. Natürlich wurden sofort Vergleiche zum berühmtesten Schweizer Sportler Roger Federer gezogen. "Roger hat eine unglaubliche Konstanz", sagte Ammann dazu und schob seine kultige Sonnenbrille nach oben: "Aber ich bin der Mensch für die ganz speziellen Momente."

Vor acht Jahren in Salt Lake City war "noch viel Glück" dabeigewesen, in Whistler entschied sein überragendes Paket aus Nervenstärke, Fluggefühl und technischer Überlegenheit. "Er hat definitiv eine neue Dimension des Skispringens aufgestoßen", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Die Eltern Margrit und Heiri Ammann konnten daheim schrecklich stolz auf ihren berühmten Sohn sein. Sie waren extra zum Großvater gegangen, weil sie selbst keinen Fernseher haben. Die 25 Kühe der Familie Ammann wurden erst am Morgen nach dem vierten Olympiasieg wieder versorgt: "Den Kühen sind die Olympischen Spiele egal." Simon Ammann schloss indes nicht aus, seine schon jetzt einmalige Karriere bis zu den Winterspielen 2014 fortzusetzen: "Wenn ich nächstes Jahr gut springe, versuche ich, aufzuhören. Aber eigentlich macht es gerade richtig viel Spaß."