Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 21.02.2010 23:00:00
Stolz präsentierten Kerstin Szymkowiak und Anja Huber ihr Edelmetall und konnten vom Trubel um die ersten deutschen Skeleton-Medaillen bei Olympia gar nicht genug bekommen. "Für diesen Moment habe ich lange und hart gearbeitet. Ich habe immer gewusst: Wenn ich vier konstante Läufe runterbringe, dann kann es klappen", sagte Szymkowiak nach ihrem Silber-Coup – und erklärte am Tag danach ihren Rücktritt. "Ich gehe in Skeleton-Rente. Ich nutze den Höhepunkt meiner Karriere, um sie zu beenden", sagte die 32-Jährige.

Zimmerkollegin Huber konnte auch am Tag danach ihr Bronze-Glück kaum fassen. "Nach dem dritten Lauf habe ich schon gar nicht mehr dran geglaubt." Auch der durchwachsene Auftritt der Männer konnte die Freude nicht trüben. Nach einem Anruf von Sport-direktor Thomas Schwab stieß am langen Abend nach den Medaillen-Fahrten auch Bundestrainer Jens Müller im Kufenstüberl zur Feierrunde, bei der Szymkowiak und Huber das ungewohnte Rampenlicht sichtlich genossen. "Ganz großes Kompliment an die Mädels. Das konnte niemand erwarten", hatte Präsident Andreas Trautvetter schon nach der Zieldurchfahrt die Medaillen sechs und sieben für die Kufen-Asse des Bob- und Schlittenverbandes (BSD) bejubelt.

Nur die Britin Amy Williams war in der rasanten Eisrinne zu schnell für die beiden Deutschen. "Amy war hier einfach unschlagbar. Sie hat verdient gewonnen", lobte Szymkowiak, die den Grundstein ihres Erfolgs am ersten Tag mit zwei soliden Läufen gelegt hatte.

"Hast du auch mal an meine Nerven gedacht?", fragte Bundestrainer Müller die 26 Jahre alte Huber, die mit flotten Kufen im letzten Lauf von Rang fünf noch zu Bronze raste. "Ich wollte im vierten Lauf einfach nur Spaß haben", beschrieb die Berchtesgadenerin ihren Husarenritt. Marion Trott wurde Achte.