Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 21.02.2010 23:00:00
Als Magdalena Neuner ihr zweites Olympiagold in der Tasche hatte, riss sie mit einem breiten Lächeln die Arme in die Höhe. Mit einer fulminanten Lauf-und Schussleistung erkämpfte sich das deutsche Glamour Girl im Massenstart-Rennen der Frauen ihren zweiten Olympiasieg und schwang sich damit endgültig zum Star dieser Winterspiele auf. Simone Hauswald mit Bronze komplettierte den Erfolg. Silber sicherte sich Olga Saizewa (Russland).

"Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, und schwupps habe ich meine zweite Goldmedaille", sagte Neuner überglücklich. DOSB-Präsident Thomas Bach verneigte sich: "Die Mädels sind einfach phantastisch. Das war ein grandioser Schlussspurt."

"... und schwupps habe ich meine zweite Goldmedaille"

7,3 Sekunden hatte Neuner nach dem letzten Schießen noch Rückstand auf die Russen Olda Saizewa gehabt, im Ziel waren es 5,5 Sekunden Vorsprung auf die Silbergewinnerin. Die sechsmalige Weltmeisterin Neuner hat nun drei Medaillen – außerdem Gold im Jagdrennen und Silber im Sprint – auf dem Konto und kriegt auf der Heimreise Probleme mit dem Handgepäck: "Die Medaillen sind so schwer."

Die deutsche Kolonie auf der Tribüne stimmte das Lied "So sehen Sieger aus" an, während Bundestrainer Uwe Müssiggang seine Frauen in den Arm nahm. "So sehen Champions aus. Beim letzten Stehendschießen haben die beiden extrem gut gearbeitet", sagte der Goldschmied, der nach der Saison zum Oberboss für Frauen und Männer aufsteigt. Sein Sportdirektor Thomas Pfüller hatte Tränen in den Augen: "Unglaublich, wie die Mädels dem großen Druck standgehalten haben."

"Natürlich bin ich mit Gold und Silber definitiv zufrieden. Aber ich weiß genau, dass ich noch mehr schaffen kann", hatte Neuner vor dem Rennen gesagt: "Im Massenstart geht es vom Start weg Frau gegen Frau. Da geht es auch mal sehr eng zu. Das gefällt mir." Mit dem Selbstbewusstsein eines WM-Titels von 2008 und drei Weltcup-Siegen war Neuner in ihr Lieblingsrennen Massenstart gegangen.

Die beiden laufstärksten deutschen Frauen holten die durch Fehlschüsse verlorenen Sekunden bis zum finalen Stehendschießen etwas auf. Beide gingen dann volles Risiko und schossen null. Neuner ging auf die Jagd, holte Saizewa ein und ließ sie am Ansteig einfach stehen. Wie bei den letzten beiden Winterspielen von Turin und Salt Lake City stehen nach den Einzelrennen vier Medaillen für die deutschen Biathletinnen zu Buche – und Neuner will am Dienstag mit der Staffel ihr drittes Gold gewinnen.