Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 21.02.2010 23:00:00
Wut und Trauer beim Abschied von Nodar Kumaritaschwili: Kaum waren die Tränen von der bewegenden Beisetzung des bei Olympia tödlich verunglückten Rodlers in der georgischen Kleinstadt Bakuriani getrocknet, da kam das Unverständnis über das Schicksal des Athleten wieder hoch.

"Was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass Nodar noch unter uns sein könnte, wenn die Umzäunung der Bahn höher gewesen wäre. Das ist auch das, was die ganze Rodel-Gemeinde meint", sagte Felix Kumaritaschwili, der Onkel und Trainer des 21-Jährigen. Der georgische Rodler war am Eröffnungstag beim Training ums Leben gekommen.

Tengo Kharauli, ein Schulfreund des Verstorbenen, wurde noch deutlicher: "Ich denke, es ist die Meinung in ganz Georgien, dass wir Nodar verloren haben, weil Sicherheitsstandards nicht eingehalten wurden. Die Organisatoren sind daran schuld, sie haben nicht für die Sicherheit der Athleten gesorgt."

Dem trauernden Vater dagegen fehlte für Schuldzuweisungen die Kraft. "Was soll ich sagen? Unsere Familie ist am Boden zerstört", sagte David Kumaritaschwili. Rund 2000 Menschen, unter ihnen Staatspräsident Michail Saakaschwili, nahmen mit einer christlich-orthodoxen Trauerfeier Abschied von dem Athleten. Sein Leichnam lag in einem offenen Sarg in die georgische Nationalflagge eingewickelt.

Das IOC und der Rodel-Weltverband FIL hatten den ersten Todesfall eines Athleten in der Geschichte Olympischer Winterspiele auf menschliches Versagen zurückgeführt. Felix Kumari- taschwili, Präsident und Trainer des georgischen Rodelverbandes: "Die Untersuchung wird die Wahrheit ans Licht bringen."