Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 24.02.2010 23:00:00
Der Frust über seinen Fauxpas saß bei "Sturzpilot" Tino Edelmann tief, doch mit der Bronzemedaille um den Hals konnte der Pechvogel im Team der deutschen Nordischen Kombinierer einige Stunden nach seinem Missgeschick schon wieder lachen. "Das werde ich so schnell nicht vergessen. Jetzt überwiegt aber die Freude über die Medaille. Dass wir trotzdem Bronze gewonnen haben, ist super", sagte Edelmann nach dem dritten Platz im Mannschafts-Wettbewerb.

Gemeinsam mit seinen Teamkollegen begoss der Thüringer am Abend im Deutschen Haus das gewonnene Edelmetall, zu dem der daheimgebliebene Ronny Ackermann als Erster per Handy gratuliert hatte. Die Gedanken an den Umfaller am Berg, durch den die DSV-Kombinierer ihre Gold- Chance einbüßten, konnte Edelmann allerdings nicht verscheuchen. "Ich habe den Stock auf die falsche Seite gesetzt. So etwas passiert eigentlich nicht, schon gar nicht in einem Rennen", beschrieb der Vize-Weltmeister des Vorjahres die entscheidende Szene. Dadurch war der Weg für den späteren Olympiasieger Österreich und das Silber-Quartett aus den USA frei.

Bundestrainer Hermann Weinbuch war mit dem Auftritt von Olympia-Debütant Johannes Rydzek, Edelmann, Eric Frenzel und Björn Kircheisen dennoch zufrieden. Zumal das Quartett nach dem Springen mit 45 Sekunden Rückstand zur Spitze nur auf Rang sechs lag. "Dass wir noch mal so nahe an die Goldmedaille kommen, hatte ich nicht erwartet. Wenn der Tino sich nicht so hinlegt, dann bleibt er wahrscheinlich dran und alles ist offen", konstatierte der Coach. Vorwürfe an den 24 Jahre alten Hobby-Musiker Edelmann gab es nicht. "Mir ist das bei der Junioren-WM 2007 auch schon mal passiert", erklärte Frenzel. Er lieferte auf der dritten Fünf-Kilometer-Schleife eine taktische Meisterleistung ab und ebnete den Weg zu Bronze, die Kircheisen, der seine zehnte Medaille bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften gewann, sicher nach Hause lief.

Viel Zeit zum Feiern blieb dem Bronze-Quartett nicht, schon heute (19.00/22.00 Uhr MEZ) bietet sich im Einzel-Wettbewerb auf der Großschanze eine weitere Chance auf eine Medaille.