Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 25.02.2010 23:00:00
Silber für die "Golden Girls": Die deutschen Skilangläuferinnen haben im Wetterchaos von Whistler ihren zweiten Coup gelandet. Drei Tage nach dem sensationellen Olympiasieg im Teamsprint lief die grandiose Schlussläuferin Claudia Nystad freudestrahlend über die Ziellinie, während "Königin" Margit Björgen bereits mit der norwegischen Fahne herumhüpfte. Sie krönte sich unter den Augen von König Harald mit Gold Nummer drei zur erfolgreichsten Teilnehmerin der Winterspiele.

"Die Mädels waren einfach grandios, aber das war so eingeplant", sagte Bundestrainer Jochen Behle mit einem Grinsen: "Es war wie bei der WM in Liberec. Gössner hat die Staffel wieder rangelaufen, und Nystad hat das perfekt zu Ende gebracht."

Mit vier Medaillen haben die Skilangläufer ihr Soll bei Olympia erfüllt." Im Ziel hatten die Goldgewinner Nystad und Evi Sachenbacher-Stehle 24,6 Sekunden Rückstand auf Norwegen. Bronze gewann Finnland.

Nach dem Olympiasieg 2002 und Silber 2006 war es die dritte olympische Staffel-Medaille für die deutschen Skilangläuferinnen in Serie. In gleicher Besetzung hatte das deutsche Quartett im Vorjahr überraschend WM-Silber gewonnen. "Es war wieder eine hervorragende Teamleistung", sagte Behle: "Dass Norwegen die Nummer eins sein würde, war uns von vornherein klar."

Nach den Wachsproblemen bei der Herren-Staffel am Vortag gingen die DSV-Läuferinnen diesmal mit besser präparierten Ski auf die Strecke. Startläuferin Zeller zeigte sich immer wieder an der Spitze des Feldes und ließ die starke Schwedin Anna Olsson nicht aus den Augen. Als Dritte schickte die 30 Jahre alte Oberstdorferin nach fünf Kilometern Teamsprint-Olympiasiegerin Sachenbacher-Stehle ins Rennen.

"Es ist perfekt gelaufen, besser noch als geplant. Die Taktik ist aufgegangen. Wir haben die Russen abgehängt und auch die Finnen. Ich hatte einen super Ski", meinte Zeller zufrieden.

Sachenbacher-Stehle reagierte sofort, als die Norwegerin Therese Johaug zu Beginn der zweiten Klassik-Teilstrecke Druck machte. Doch die Bayerin hatte sich übernommen und auch nicht so gutes Material wie Zeller, denn sie büßte Zeit ein, während an der Spitze die nach vorn gestürmte Polin Justyna Kowalczyk Tempo machte.

Miriam Gössner rechtfertigte ihren Einsatz mit einer tollen Aufholjagd. Sie machte 15 Sekunden gut und brachte das deutsche Quartett wieder bis auf Rang drei heran. Während Norwegens Schlussläuferin Björgen mit sicherem Vorsprung ihrem dritten Gold der Spiele entgegenstürmte, entbrannte dahinter ein spannender Kampf um Silber, den Nystad mit einem energischen Zwischenspurt für das deutsche Team entschied.