Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 26.02.2010 23:00:00
So erfolglos sind deutsche Skijäger seit 42 Jahren bei Olympia nicht mehr gewesen. Ein Blackout mit zwei Strafrunden von Andreas Birnbacher im Schneegestöber von Whistler kostete die DSV-Skijäger gestern die durchaus mögliche Medaille in der abschließenden 4x7,5-Kilometer-Staffel. Platz fünf – eine große Enttäuschung.

Der scheidende Bundestrainer Frank Ullrich hob nach den Fehlschüssen des Schlechingers resignierend die Arme, schüttelte den Kopf und grummelte: "Das war’s." So hatte sich der Olympiasieger von 1980 in Lake Placid seinen Abschied von der Olympia-Bühne nicht vorgestellt. Tief enttäuscht war auch Pechvogel Birnbacher: "Ich habe eine ,Nähmaschine‘ bekommen. Meine Beine haben so gewackelt, dass ich gar keine Chance mehr hatte zu treffen", sagte er. "Aber ich habe mein Bestes versucht."

Gold eroberte Norwegen mit dem überragenden Schlussläufer Ole Einar Björndalen. Silber erkämpfte Österreich vor Russland. Für die Deutschen gab es dagegen erstmals seit den Winterspielen 1968 in Grenoble kein Edelmetall. "Natürlich ist es schade, aber die Athleten sind selbst enttäuscht genug. Da muss man nicht mehr viel sagen", sagte DOSB-Chef Thomas Bach. "Tut mir leid, ich hätte gerne etwas mehr beigetragen", sagte Ullrich und klopfte Bach aufmunternd auf die Schulter.

Sein erstes Olympia-Rennen ging Simon Schempp, der für Vize-Weltmeister Christoph Stephan ins Team gerutscht war, konzentriert an. "Das hat er richtig super gemacht", sagte Ullrich,. "Ich konnte seit gestern Mittag nicht mehr ruhig sitzen, so nervös war ich. Eigentlich hatte ich mit Olympia schon abgeschlossen. Ich bin heilfroh, dass es gut geklappt hat", sagte Schempp.

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