Z: Wernigerode ZS: WR PZ: Wernigerode PZS: WR Prio: höchste Priorität IssueDate: 01.03.2010 23:00:00
Alles beim alten, so könnte das Fazit zum Harzderby der Handball-Verbandsliga lauten. Wie schon in den Vorjahren verfolgte eine tolle Kulisse von über 800 Zuschauern das Prestigeduell. Erneut konnte der HV Wernigerode seine Negativserie gegen den Harzrivalen HV Ilsenburg nicht stoppen und unterlag den Hausherren mit 28:30. Von Ingolf Geßler Ilsenburg. Dabei standen die Vorzeichen diesmal so deutlich wie selten zuvor auf einen Erfolg des HV Wernigerode. Zehn Siege in Folge hatten die Schützlinge von Trainer Maik Lange in der Verbandsliga eingefahren, auf Seiten der Ilsenburger waren neben zuletzt durchwachsenen Ergebnissen auch die Ausfälle der wichtigen Leistungsträger Sebastian Kausch und Michael Gohlke zu beklagen. Die beiden Verletzten bekamen ihren "Ehrenplatz" am Spielfeldrand zugewiesen und konnten sich hautnah davon überzeugen, wie ihre Mitspieler von der ersten bis zur letzten Minute mit großem Kampf und Einsatzwillen um den Derbysieg kämpften. Dennoch hatte es zumindest in der ersten Halbzeit phasenweise den Anschein, als würde sich die Spielstärke des HV Wernigerode durchsetzen. Doch schon in den entscheidenden Phasen des ersten Spielabschnitts verpasste es der Spitzenreiter, die Führung auszubauen und dem Gegner vielleicht vorzeitig den Zahn zu ziehen. Nach Wiederanpfiff verkrampften die Gäste zusehends. Statt mit Spielzügen, versuchte sich die Mannschaft immer wieder in Einzelaktionen und schloss zahlreiche Angriffe viel zu überhastet ab. So wartet der HV Wernigerode auch weiterhin seit dem 24. März 2007 auf einen Sieg gegen den HV Ilsenburg (vier Niederlagen, zwei Remis) - und so wird es nach eigenem Wunsch noch ein weiteres Jahr bleiben. Denn trotz der Niederlage bleibt das Lange-Team auf Aufstiegskurs und dürfte dem Erzrivalen damit für einem Jahr aus dem Weg gehen. Nur noch vier Siege benötigen die Wernigeröder aus den letzten sechs Punktspielen, und bis auf den SV Eiche Biederitz und den Magdeburger SV 90 kommen dabei alle Gegner aus dem unteren Tabellendrittel. Bei der nötigen Konzentration gegen die vermeintlichen leichten Gegner, die der HVW im bisherigen Saisonverlauf stets zeigte, sollten sich die Mannen von Trainer Maik Lange den Oberliga-Aufstieg als Geburtstagsgeschenk zum zehnjährigen Vereinsjubiläum nicht mehr nehmen lassen. Für zwei Verantwortliche der beiden Harzrivalen hatte das Derby "unangenehme" Konsequenzen. HVI-Coach Michael Löwe musste sofort nach Spielschluss in die Kabine und wurde seines Schnauzbarts entledigt. Für Michael Wiecker, Präsident des HV Wernigerode, war zumindest ein Urlaubstag vermiest. Vorstandskollege Karsten Schirmacher informierte seinen Vereinschef per Telefon von der erneuten Derbypleite. "Nachdem Micha bei den zuletzt erfolglosen Derbys auf der Bank gesessen hatte, haben wir ihn diesmal in den Urlaub geschickt. Leider ohne Erfolg", schmunzelte Schirmacher.

   

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