Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 02.03.2010 23:00:00
München (dpa). Mit taktischer Finesse und einem Schuss Risiko will Joachim Löw "Zigarren-Diego" Maradona Dampf machen und für seine eigene WM-Titelmission das nötige Feuer entfachen. Der Bundestrainer ließ einen Tag vor dem ersten Fußball-Länderspiel des Jahres und zugleich dem wichtigsten WM-Test zwar die Besetzung der deutschen Startelf offen, die heute in München (20.45 Uhr/ZDF) gegen Maradonas Argentinier bestehen soll. Doch an Mut wird es Löw nicht fehlen.

Schon vor dem Duell mit seinem Kollegen nahm er den ehemaligen Weltklasse-Spieler auf die Schippe. Zur Pressekonferenz brachte der DFB-Coach eine jener Zigarren mit, wie sie Maradona am Vortag während des Trainings geraucht hatte, und bat Pressesprecher Harald Stenger um Feuer und Aschenbecher.

"Ich traue mich alles", erklärte der 50-jährige Löw auch zur möglichen risikovollen Variante, im Spiel gegen Superstar Lionel Messi und Co. gleich die Neulinge Thomas Müller und Toni Kroos mit ins kalte Wasser zu werfen. In so einem Test 100 Tage vor dem WM- Turnier sei er als Trainer durchaus bereit, "das eine oder andere Risiko zu gehen", betonte Löw. Allerdings ließ er noch offen, ob der Münchner Müller und der Leverkusener Kroos schon von Beginn an eine Chance bekommen oder erst später eingewechselt werden. Denn gerade auf der rechten Seite erwartet das DFB-Team durch Barcelonas Weltfußballer Messi eine besonders schwere Aufgabe.

Der Bundestrainer ist sich der Gefahren wohl bewusst; nicht nur vor der Heim-WM vor vier Jahren hatte eine völlig misslungene Generalprobe gegen einen Großen im Weltfußball für größere Aufregung gesorgt. Auch vor dem Welt-Championat 2002 hatte Deutschland den Klassiker gegen Argentinien mit 0:1 verloren. Und nochmals vier Jahre zuvor ging der WM-Test gegen Brasilien mit 1:2 in die Hose. "Das ist ein Test, den wir sehr, sehr ernst nehmen", sagte Löw, der das 1:4 in Italien vor der WM 2006 und die anschließenden Nachwehen natürlich noch im Kopf hat. "Wir wissen alle, für die WM-Stimmung und Vorfreude ist es auch wichtig, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen und vor allem ein gutes Spiel zeigen", sagte der Freiburger.

Hinsichtlich der WM-Prämien liegt nach der ersten Runde kein Ergebnis auf dem Tisch, dennoch ist eine schnelle Einigung in Sicht: Den weiteren Verhandlungen für Deutschlands Elite-Fußballer sehen beide Seiten gelassen entgegen. "Wer sagt denn, dass wir weit entfernt sind? Wir werden schon eine Lösung finden", sagte Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack. Generalsekretär Wolfgang Niersbach betonte: "Hier wird überhaupt gar nicht gepokert, überhaupt nichts ausgereizt."

Voraussichtliche Aufstellungen:

Deutschland: Adler (Bayer Leverkusen/25 Jahre/8 Länderspiele) - Boateng (Hamburger SV/21/2), Mertesacker (Werder Bremen/25/59), Tasci (VfB Stuttgart/22/9), Lahm (Bayern München/26/63) - Schweinsteiger (Bayern München/25/72), Ballack (FC Chelsea/33/97) - Trochowski (Hamburger SV/25/28), Özil (Werder Bremen/21/7), Podolski (1. FC Köln/24/69) - Miroslav Klose (Bayern München/31/93)

Argentinien: Romero (AZ Alkmaar/23/4) - Rodriguez (Estudiantes de la Plata/28/10), Demichelis (Bayern München/29/24), Samuel (Inter Mailand/31/53), Heinze (Olympique Marseille/31/62) - Mascherano (FC Liverpool/25/55) - Veron (Estudiantes de la Plata/34/70) - Gutierrez (Newcastle United/26/14), di Maria (Benfica Lissabon/22/6) - Messi (FC Barcelona/22/44), Milito (Inter Mailand/30/21)

Schiedsrichter: Atkinson (England)