Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 15.03.2010 23:00:00
Magdeburg. "Wir sind keine schlechtere Mannschaft als in der ersten Halbserie. Ich hoffe nur, dass wir jetzt den Kopf freibekommen und wieder an uns glauben", beschwört Handball-Profi Bennet Wiegert seine Gefühle nach dem knappen 33:32 vom vergangenen Mittwoch gegen Bundesliga-Aufsteiger Düsseldorf. Der SCM-Allrounder weiß auch: "Es war tatsächlich kein überwältigendes Spiel, aber wir haben die Punkte behalten – am Ende zählt nur das. Und wie wir uns gefreut haben, hat man nach dem Abpfiff ja gesehen."

Und auf die Frage, ob er beim Blick auf die Tabelle zuerst den Rückstand nach oben oder den Vorsprung nach unten betrachtet, gesteht "Benno" ein: "Mit unseren 18 Punkten haben wir jetzt acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Das ist ein sicherer Abstand, auch wenn wir vor der Saison einen Platz im Mittelfeld, sogar einstellig, als Ziel ausgeben hatten."

Mit dem "nötigen Selbstbewusstsein", glaubt Wiegert, könnte das Team von Trainer Sven Liesegang auch am Freitag (19.45 Uhr) bei der HSG Wetzlar einen Punkt entführen.

Ganz so weit möchte der Coach dann doch noch nicht gehen: "Ich habe mir die letzten zwei Spiele von Wetzlar auf DVD angesehen. Die HSG wird gegen uns wohl nicht mit einer so offensiven 3:3-Deckung aufwarten wie gegen Göppingen. Erst einmal abwarten, ob Lars Christophersen spielen kann, der zuletzt mit muskulären Problemen zu tun hatte."

Liesegang, der in den zurückliegenden Tagen bis auf den verletzten Andreas Rojewski (Muskelfaserriss im Knie) mit dem kompletten Kader trainierte, hat auch noch keine schlüssige Antwort parat: "Es ist augenscheinlich, dass uns momentan die Stabilität in allen Mannschaftsteilen fehlt. Gegen Düsseldorf haben wir nach gutem Beginn 55 Minuten hinten grottenschlecht gespielt. Mit solch einer Abwehrleistung gewinnt man im Normalfall kein Spiel." Dennoch bleibt des Trainers Erkenntnis: "Mut machen mir aber unsere Zuschauer, die gerade jetzt hinter der Mannschaft stehen."

Die von Kapitän van Olphen kürzlich in der Volksstimme angesprochene "mangelnde Professionalität einiger Spieler" will Liesegang so nicht stehen lassen: "Wir wollen nicht Sachen künstlich aufbauschen, über die im Erfolgsfall niemand reden würde. In einer Situation wie unserer wird vieles auf die Goldwaage gelegt, was sonst keiner Erwähnung wert ist."

Selbstverständlich gehe die aktuelle Drucksituation "auch an gestandenen Nationalspielern" nicht spurlos vorbei. Jetzt seien "Leute gefragt, die sich an die Spitze stellen. Wir müssen zusammenrücken und uns nicht auseinanderdividieren lassen."

Im Training standen gestern Deckungsarbeit und Gegenstoß obenan, am Nachmittag wurde eine Partie des nächsten Gegners analysiert. Heute Vormittag übt der SCM Abschlusshandlungen – denn mit Liesegangs Einschätzung nach dem Düsseldorf-Spiel "im Angriff ging es so …" will sich in der Bördelandhalle niemand zufriedengeben.