Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 16.03.2010 23:00:00
Indian Wells (dpa). Philipp Kohlschreiber wischte sich mit seinem Handtuch den Schweiß aus dem Gesicht, winkte ins klatschende Publikum und ver- schwand im Spielertunnel. Raus mit Applaus, hieß es für den Augsburger beim ATP-Masters-Turnier in Indian Wells. Sein Gegner Novak Djokovic hingegen atmete auf dem Centre Court mehrmals kräftig durch, bevor er unmittelbar nach seinem 2:36 Stunden-Kraftakt gegen den absolut ebenbürtigen Deutschen ein erstes Fernseh-Interview gab.

"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Es gab so viele Auf und Abs in diesem Match. Kohlschreiber hätte leicht der Gewinner heute sein können, und er hätte es auch verdient gehabt", meinte Djokovic nach seinem 6:3, 2:6, 7:6 (7:3)-Zittersieg. Die Zuschauer kamen gar nicht aus dem Staunen heraus. Nicht der serbische Superstar, der derzeit die Nummer zwei der Weltrangliste ist, dominierte ab dem zweiten Satz das Match, sondern jener Philipp Kohlschreiber, der vor wenigen Tagen bei der 1:4-Pleite des deutschen Davis-Cup-Teams in Frankreich noch so enttäuscht hatte. Djokovic wirkte hilf- und ratlos gegen den wie entfesselt spielenden 26-jährigen Bayern. "Innerlich habe ich gekocht vor Wut", so Djokovic über Kohlschreiber, der neun Spiele nacheinander gewann und im entscheidenden dritten Satz bei einer 5:4-Führung sogar drei Matchbälle hatte. Ausgerechnet in dieser Phase spielte Djokovic fehlerfrei. "Dass ich diese Partie noch gewonnen habe, war letztlich nur Glück."