Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 22.03.2010 23:00:00
Whistler/Magdeburg (jb). Andrea Eskaus Traum vom "Sommer-Winter-Gold" ist an ihrem 39. Geburtstag geplatzt. Die Handbikerin vom USC Magdeburg schied am letzten Wettkampftag der Paralympics von Vancouver im Halbfinale des Langlauf-Sprints aus. Im Falle eines Sieges wäre Eskau, die 2008 in Peking Gold mit dem Handbike gewonnen hatte, die zweite deutsche Athletin nach Reinhild Möller gewesen, die bei Sommer- und Winter-Paralympics Titel holt.

"Ich habe schon am Morgen gespürt, dass es schwierig wird. Ich habe gehofft, die Müdigkeit rauslaufen zu können, aber leider war ich im starken Halbfinale, und da hat es eben nicht gereicht", sagte Eskau: "Ich hätte natürlich gerne mehr gemacht. Aber insgesamt bin ich trotzdem total zufrieden mit diesen Spielen. Und jetzt wird erst einmal Geburtstag gefeiert."

Mit einer Bronze-Medaille im 10-km-Lauf der Biathletinnen und einer Silber-Medaille im 5-km-Langlauf (Rennschlitten) hat Eskau, die erst vor neun Monaten ihre Karriere auf Skiern begonnen hatte, in Vancouver dennoch positiv überrascht.

Zwar sei Handbiken weiter ihre Hauptsportart, "aber Skifahren ist eine tolle Abwechslung", sagte sie: "Leider habe ich ein Jahr zu spät angefangen, denn ich werde immer besser und mit einem weiteren Jahr Vorbereitung wäre sehr viel möglich gewesen."

Für die querschnittsgelähmte Neu-Wintersportlerin waren die Leistungen von Whistler auch mit ihrem überschäumenden Temperament und ihrer riesigen Lebensfreude zu erklären: "Das ist einfach so: Ich hab‘ schon Feuer im Arsch." Die Prämien, die es von der Sporthilfe geben wird, kann sie gut brauchen: "Ich hab‘ alles selbst bezahlt. Aber die 3500 Euro sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein."