Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 22.03.2010 23:00:00
Zum Abschluss der Winter-Paralympics sprach die Deutsche Presse-Agentur mit Verena Bentele, mit fünfmal Gold erfolgreichste deutsche Sportlerin.

Frage: Frau Bentele, fünfter Start, fünftes Gold. Wird das Feiern langsam Routine?

Verena Bentele: Das wird nie langweilig, ich habe jedesmal ein Kribbeln im Magen. Ich bin noch ganz voll oder ganz leer, so richtig weiß ich das gar nicht. Ich habe so viele Gedanken, die kann ich noch gar nicht alle sortieren. Aber ich bin auch froh, dass es vorbei ist. Nach fünf Rennen in neun Tagen fehlt irgendwann die Kraft.

Frage: Sie haben, gejagt von drei Russinnen, das entscheidende Gold geholt, um Deutschland vor Russland den Sieg in der Nationenwertung zu sichern. Hat Sie das beflügelt?

Bentele: Das wusste ich in diesem Moment gar nicht, aber das ist cool. Ich habe es für das Vaterland und die Mannschaft gemacht.

Frage: Mit Erfolg. Sie waren zusammen mit der Kanadierin Lauren Woolstencroft die erfolgreichste Athletin der Spiele …

Bentele: Ja, ich habe sogar die Jungs abgehängt und bin die Beste im deutschen Team. Wobei, ich habe fünfmal Gold, Gerd Schönfelder hat viermal Gold und ein Kind, das war auch großer Sport. Da hat er mir sogar was voraus.

Frage: Welchen Anteil an diesem Erfolg hat Ihr Begleitläufer Thomas Friedrich, der Sie nach ihrem schlimmen Rennunfall vor einem Jahr behutsam wieder in die Spitze geführt hat?

Bentele: 73,8 Prozent. (lacht) Nein, im Ernst. Der Anteil ist riesig groß. Ohne Thomas hätte ich ein Problem gehabt. Wir sind sportlich ein tolles Team und haben unheimlich viel zusammen erreicht.

Frage: Nun hört er auf. Werden Sie versuchen, ihn vielleicht zum Weitermachen zu überreden?

Bentele: Da gibt es keine Chance. Das war vorher so verabredet, deshalb will ich jetzt auch gar nicht diskutieren. Vor allem würde mir seine Familie dann wohl den Kopf abreißen.