Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Wernigerode PZS: WR Prio: höchste Priorität IssueDate: 24.03.2010 23:00:00
Gelsenkirchen (dpa). Dank eines Geniestreichs von Arjen Robben hat der FC Bayern München die erste von drei Titelchancen in dieser Saison gewahrt und steht zum 17. Mal im Endspiel des DFB-Pokals.

Nach einem unwiderstehlichen Solo des Niederländers in der 112. Minute gewann der Rekord-Cupsieger gestern Abend den niveauarmen Halbfinal Schlager beim FC Schalke 04 mit 1:0 (0:0) nach Verlängerung und trifft nun am 15. Mai im Berliner Olympiastadion auf Werder Bremen

Mit dem verdienten Erfolg vor 61 673 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena gegen das Team ihres Ex-Trainers Felix Magath verschafften sich die Münchner womöglich auch einen kleinen psychologischen Vorteil für das Titelrennen in der Fußball Bundesliga, in dem Bayern einen Punkt vor Schalke liegt. Beide Clubs stehen sich am 3. April in Gelsenkirchen im Kampf um Punkte erneut gegenüber.

Die hohen Erwartungen an das Pokal-Duell der beiden Bundesliga-Topclubs wurden enttäuscht – stattdessen kamen Taktik-Fans voll auf ihre Kosten. Zum Start in ihre "Endspiel-Wochen" waren die Bayern eine Halbzeit lang die klar dominierende Mannschaft, versäumte es aber, die wenigen zwingenden Torchancen gegen die von Felix Magath betont defensiv eingestellten Gastgeber zu nutzen.

Schalke wagte sich erst im zweiten Durchgang etwas aus der Deckung und gestaltete das Spiel offener, doch eine wirkliche Bedrohung für die Münchner Abwehr stellten die zumeist harmlosen Angriffsbemühungen kaum dar.

"Das Spiel ist schlecht. Und ich glaube, das liegt am Platz. Der ist für März in einem verheerend schlechten Zustand", kritisierte Bundestrainer Joachim Löw zur Halbzeit die Rahmenbedingungen für den Pokal-Klassiker. Auf dem schwierigen Geläuf konnte auch Franck Ribéry, der bei den Bayern nach gut einer Stunde für Ivica Olic eingewechselt wurde, seine Fußball-Kunst nur selten demonstrieren.

Das erste Achtungszeichen in einer von beiden Seiten verbissen geführten Partie setzten die Schalker durch Alexander Baumjohann. Der Ex-Münchner, überraschend als zweite Spitze aufgeboten, prüfte Jörg Butt mit einem Flachschuss aus 16 Metern. Doch das gefälligere Offensivspiel zogen im Verlauf der 120 Minuten dann die Münchner auf.