Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 29.03.2010 22:00:00
Irgendetwas stimmte da wohl nicht: Nach Abpfiff des Sachsen-Anhalt-Derbys zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC (0:1), als die Gästespieler mit ihren Fans an der Südtribüne der MDCC-Arena feierten, tauchte auf der Anzeigetafel das Ergebnis des FCM-Spieler-votings auf. Auf Platz 1 mit 47 Prozent aller abgegebenen Stimmen landete Christian Beer. Bloß, der Keeper hatte gar nicht gespielt ...

Magdeburg. Wie in den davorliegenden 90 Spielminuten war auch hier bestimmt etwas schiefgelaufen. Oder war das eine Quittung der Fans im Stadion für die Heimelf, die sich gegen die Hallenser nie aufgab, letztlich aber trotz aller Bemühungen nur die zweitbeste Mannschaft auf dem geschundenen Rasen war?

Ein Kompliment aber an jeden der 11 234 Zuschauer, ob blau-weiß oder rot-weiß gekleidet, die Rakete und die Knaller einiger Unbelehrbarer in der Schlussphase des Spiels aus dem FCM-Block ausgenommen. Sehenswert und zu schade, nur einmal präsentiert zu werden, war die riesige, den gesamten Block U überspannende Choreografie mit dem Titel: "Stadt der Schwermaschinen". Der Clou: Sogar aus des Esse des aufgemalten Fabrikschornsteins quoll echter Rauch. Selbst FCM-Manager Rüdiger Bartsch geriet angesichts der ausgefallenen Idee ins Schwärmen: "Das war bundesligareif."

Nicht ganz so hochklassig war das Geschehen auf dem Spielfeld. Auch wenn das ernsthafte Bemühen der Schützlinge von Übergangstrainer Carsten Müller vor allem vor der Pause nicht zu übersehen war – erschreckend die Dominanz der Gäste nach dem Wechsel. Einzige erwähnenswerte Tormöglichkeit des FCM war der 20-Meter-Schuss von Racanel in der 82. Minute, den HFC-Keeper Horvat wegfausten konnte.

Auf der Suche nach einem neuen Trainer, der mit Beginn der kommenden Saison als Nachfolger des vor Wochenfrist entlassenen Steffen Baumgart seine Arbeit aufnehmen soll, sind seit kurzem drei Namen im Gespräch: Stefan Emmerling (44), derzeit vereinslos, bis September 2009 Coach bei Zweitligist Rot-Weiß Ahlen, dann der erst im Februar bei Hansa Rostock entlassene Andreas Zachhuber (47) und nicht zuletzt Eduard "Ede" Geyer. Der Vertrag des 65-jährigen Pensionärs bei Dynamo Dresden war 2008 nicht verlängert worden.

Bartsch wollte gestern Gespräche mit keinem der drei Trainer bestätigen, räumte allerdings im gleichen Atemzug ein: "Ich muss sagen, alle drei Namen haben ihren Charme …"