Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 29.03.2010 22:00:00
Bei seinem Amtsantritt hatte SCM-Trainer Sven Liesegang gefordert, die Last müsse auf mehrere Schultern verteilt werden. Ein Blick in die Statistik des siegreichen Heimspieles gegen TuS N-Lübbecke (34:29) zeigt, dass sich sämtliche im Angriff eingesetzten Spieler in die Torschützenliste eintragen konnten. Andererseits verzichtete der Coach aber auch auf Wechselspielchen und ließ seinen Stamm durchspielen.

Magdeburg. Der vom Infekt genesene Theuerkauf sowie die jungen Coßbau, Böhm, Krause und Müller konnten am späten Sonntagnachmittag eine ruhige Kugel schieben. Das lag daran, dass sich ihre Teamkollegen im Verlauf der ersten Halbzeit gefunden und in der zweiten Hälfte dann den Gegner sicher im Griff hatten.

Dass sich die Freude über das Bankdrücken in Grenzen halte, liege in der Natur der Sache, meinte Böhm nach dem Abpfiff: "Natürlich freuen wir uns alle, dass die beiden Punkte zu Hause geblieben sind. Das war ein enorm wichtiger Sieg. Aber es ist natürlich noch schöner, wenn man selbst etwas dazu beitragen konnte", so der linke Rückraumspieler, der sich momentan intensiv Gedanken über seine Zukunft macht, denn sein Einjahresvertrag läuft im Sommer aus. "Jeder, der sich mit der Mannschaft die Woche über auf das Spiel vorbereitet hat, möchte dann, wenn es drauf ankommt, auch gern spielen. Aber letztendlich steht der Erfolg über allem, und wenn am Ende ein Sieg herausspringt, dann hat auch der Trainer alles richtig gemacht."

Angesprochen auf die ausge-bliebenen Wechsel erklärte Liesegang im Anschluss an die Partie: "Nachdem wir nach der Pause in Fahrt kamen, sah ich überhaupt keine Veranlassung zu wechseln. Die Deckung stand anständig, Eijlers konnte sich im Tor steigern, im Gegenstoß fielen endlich die einfachen Tore, und der Ball lief auch sonst schnell, was ein Verdienst von Spielmacher Tönnesen war. Ich fand, die sieben, acht Leute, die das Ding an diesem Tag aus dem Feuer gerissen haben, hatten es auch verdient, nicht ausgewechselt zu werden."

Einer, der sich selbst darüber gewundert hatte, wie gut es bei ihm trotz Dauereinsatzes im Angriff lief, war der sechsfache Torschütze Andreas Rojewski. Schließlich war der Linkshänder nach dreiwöchiger Verletzungspause erst Mitte der Woche wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. "Ich hätte selbst nicht gedacht, dass es so gut funktioniert. Aber der Oberschenkel hat zum Glück gehalten", so der Rückkehrer, der durch Deckungsspieler Kabengele entlastet wurde. "Das war heute ein Spiel, das endlich mal wieder Spaß gemacht hat. Vor allem in der zweiten Halbzeit. Der Ball lief gut und schnell, und die Abwehr hat richtig zugelangt. Da ist dann auch der Funke zu den Zuschauern übergesprungen, was dem Gegner Respekt eingeflößt hat. Und so gehört sich das ja auch zu Hause."

Mit Blick auf das morgige Spiel beim THW Kiel erklärte Rojewski: "Wir sollten einfach Spaß haben und können ohne Druck spielen, denn wir sind Außenseiter. Wir sollten nur aufpassen, dass der THW keinen Lauf bekommt."