Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 30.03.2010 22:00:00
Düsseldorf (dpa). An den 4. April 2009 wird sich Felix Magath leidenschaftlich gern zurückerinnern: An jenem Tag gewann sein VfL Wolfsburg gegen Bayern München 5:1, düpierte Jürgen Klinsmanns Mannschaft. Grafite erzielte eine Art "Jahrhundert-Tor" der Fußball Bundesliga, die Basis für den späteren Meister-Coup der Niedersachsen war gelegt. 364 Tage später könnte sich ein Kreis zumindest teilweise schließen: Gewinnt Magath am Samstag mit seiner Schalker Rasselbande erneut gegen sein einstiges Star-Ensemble von der Isar, steigen die königsblauen Chancen auf den ersten Titel seit 1958 – nicht enorm, aber immerhin.

"Wir haben den einen oder anderen Vorteil", konstatierte Magath schon nach dem 2:0 in Leverkusen. Der größte Vorteil der Gelsenkirchener indes lässt sich personifizieren: Es ist Magath selbst. Der Mann "lebt" Fußball, arbeitet rund um die Uhr, ist omnipräsent, diplomatisch im Umgang mit den Medien, kein Dampfplauderer wie etliche andere der Trainerzunft. Und er ist einer, der das Komplizierte liebt, die ultimative Herausforderung. Wie sonst hätte er Wolfsburg verlassen können, wo sie ihm Denkmäler setzen wollten nach dem Triumph des Jahres 2009.

Doch Stillstand oder das Ausruhen auf einem Erfolg sind nicht Magaths Ding. Er will weiter, Grenzen ausloten. So wie "auf Schalke", wo er nicht mit Geld spielen kann wie in der Autostadt Wolfsburg mit einem höchst potenten Sponsor im Rücken. "Es ist vielleicht meine schwierigste Mission", sagte der 56-Jährige.

Klare Vorgaben sind sein Gebot, er will bewusst nicht der väterliche Freund seiner Spieler sein, die ihn – klar – siezen, während er sie duzt. Das sind Machtverhältnisse, die er haben will.

"Ein Mitarbeiter, der eine sechs- oder siebenstellige Summe pro Jahr verdient, muss keinen Acht-Stunden-Tag haben. Er muss seinem Arbeitgeber Tag und Nacht zur Verfügung stehen" – das ist ein Credo Magaths.