Z: Wernigerode ZS: WR PZ: Wernigerode PZS: WR Prio: höchste Priorität IssueDate: 15.04.2010 22:00:00
Wernigerode (fbo). Einen großen Traum erfüllte sich vor wenigen Wochen Christiane Schierhorn. Gemeinsam mit ihrem Mann Christoph nahm sie in Schweden am Wasa-Lauf teil. Vor vier Jahren verfolgte sie im Fernsehen die Übertragung von einem der längsten klassischen Skiwettkämpfe (90 Kilometer) der Welt. Aufnahmen vom Start der 16 000 Teilnehmer, eine begeisterte Zuschauerkulisse, unglaubliche Bilder von der Spitzengruppe gepaart mit früheren Berichten ihres Mannes und Freunden ließen sie träumen: Einmal dabei sein. Ihr Entschluss war schnell gefasst: 2010 wollte sie dabei sein. Der traumhafte Winter in diesem Jahr ermöglichten ihr etwa 900 Trainingskilometer. Und doch blieb bis zum Tag des Laufes der gewaltige Respekt vor der Distanz. "Bis zu 60 km hatte ich einmal am Stück trainiert, was mein Körper zum Rest sagen würde, blieb spannend", so Schierhorn. Einen Tag vor dem Rennen wurden stundenlang die Skier präpariert, um 2 Uhr klingelte der Wecker, um sich in dunkler Kälte anzustellen. Ein günstiger Ausgangsplatz ist nicht ganz unerheblich. In der ersten Stunde ging es nur bergauf. Schöne Landschaften, freundliche Menschen an der Strecke, leckere Blaubeersuppe alle zehn Kilometer und ein Streckenprofil, das abwechslungsreich war und immer wieder die Chance zur Erholung bot, kennzeichneten die ersten 40 Kilometer. Auch nach Kilometer 60 signalisierte der Körper noch keine Beschwerden. Bei Kilometer 75 wurde Schierhorn klar, dass eine Zeit unter acht Stunden möglich war. "Es war wohl das Gefühl, der Verwirklichung meines Traums so nah zu sein, das in mir ungeahnte Kräfte freisetzte und der Erschöpfung keinen Platz ließ", so die Wernigeröderin. Nach 7:56 Stunden kam sie freudestrahlend ins Ziel. Mit dieser Zeit war sie zwar fast vier Stunden langsamer als die Spitze und noch über 40 Minuten langsamer als ihr Ehemann, aber immerhin auch über vier Stunden schneller als die Letzten.