Das Aufblühen des 1. FC Magdeburg unter Interimstrainer Carsten Müller währte nur kurz. Gestern unterlagen die Regionalliga-Kicker bei der zweiten Mannschaft von Hertha BSC Berlin vor 454 Zuschauern im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark mit 0:3 (0:2). Stephan (17. und 81.) und Knoll besiegelten das Schicksal der Elbestädter.

Berlin. "Wir haben nicht verstanden, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wollten aggressiv spielen, den Gastgeber früh stören und so nicht zum Spiel kommen lassen. Das ist uns nicht gelungen. Anfang der zweiten Halbzeit hatten wir zwei-, dreimal Chancen, ins Spiel zurückzufinden. Die haben wir aber kläglich vergeben", so das nüchterne Urteil von Müller.

Nach Anfangsschwierigkeiten fanden die Elbestädter unter den Augen ihres zukünftigen Trainers Ruud Kaiser ins Spiel. Doch da traf sie der erste Rückschlag. Bei einem Konterangriff ließ Berlins Kevin Stephan die Magdeburger Abwehrspieler Martin Zander und Tobias Friebertshäuser alt aussehen und vollendete aus Nahdistanz zum 1:0. Die Gastgeber zeigten sich als die spielerisch bessere Mannschaft, während der FCM mehr durch Fehlpässe und unplatzierte Schüsse auf sich aufmerksam machte.

In der 32. Minute dann der zweite Rückschlag. Ein 20-Meter-Freistoß von Marvin Knoll wurde so unglücklich abgefälscht, dass sich FCM-Keeper Matthias Tischer vergeblich nach ihm streckte. Die einzige Magdeburger Großchance hatte dann kurz vor dem Pausenpfiff Abwehrspieler Patrick Bartsch, dessen Schuss aber der Hertha-Keeper parierte.

Pech gleich zu Beginn der zweiten 45 Minuten: Ein Volleyschuss von Denis Wolf aus Nahdistanz knallte an die Lattenunterkante und sprang von dort wieder ins Feld. Auch die folgenden Schussversuche der eindeutig weniger Willensstärke zeigenden Magdeburger wurden abgewehrt oder waren eine Beute vom starken Keeper Sascha Burchert.

So kam es, wie es kommen musste. Knapp zehn Minuten vor dem Abpfiff traf Stephan von der Strafraumgrenze aus der Drehung zum 3:0-Endstand. Hertha beendete damit eine Serie ohne Sieg nach der Niederlage im Vorjahr in Magdeburg. "Endlich mussten wir einmal keinem Rückstand hinterherlaufen. Die letzten zehn Minuten der ersten und die ersten der zweiten Halbzeit ließen wir den Gästen zuviel Luft, aber sie konnten das nicht nutzen", so ein erfreuter Hertha-Trainer Karsten Heine.

Und wie sah es der neue FCM-Coach Ruud Kaiser? "Dass auf mich viel Arbeit wartet, wusste ich. Dass die Leistungen aber so schlecht sein würden, hätte ich nicht erwartet ..."

Hertha BSC II: Burchert - Gänge, Neumann, Holland, Kargbo (83. Hoeneß), Morales, Lei-nau, Torunarigha (64. Lemke), Knoll, Stephan, Radjabali-Fardi

FCM: Tischer - Bartsch, Friebertshäuser, (46. Gaebler), Zander, Neumann, Watzka, Instenberg, (75. Girke), Tüting, Racanel (46. Wolf), Fuchs, Vujanovic

Schiedsrichter: Rohde (Thürkow). Zuschauer: 454. Tore: 1:0 Stephan (17.), 2:0 Knoll (32.), 3:0 Stephan (81.). Gelb: Holland, Kargbo, Torunarigha / Neumann, Gaebler, Girke