Düsseldorf (dpa). Im Kampf um Titel, Europapokalplätze und Existenzen herrschen auf der Zielgeraden der Fußball-Bundesliga Dramatik und Hektik pur. Im sportlichen Mittelpunkt steht das Topspiel zwischen dem Tabellenzweiten Schalke 04 und dem -dritten Werder Bremen. Königsblau spielt noch um den Titel, die Norddeutschen wollen den zur Champions-League-Qualifikation berechtigenden dritten Platz verteidigen.

"Wir haben diesmal keinen Druck, weil wir schon sicher für die Champions League qualifiziert sind", meinte Schalke-Profi Marcelo Bordon vor dem Schlagerspiel gegen Bremen. Mit einem fulminanten Endspurt und sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen hat sich Werder auf den begehrten dritten Platz katapultiert und könnte zudem im 50. Pflichtspiel der Saison mit einem Sieg den Titelkampf zugunsten des FC Bayern beeinflussen. Ein Remis wäre für die Bremer eventuell zu wenig, ein Fall auf Rang fünf möglich.

Werder-Profi Sebastian Boenisch, früher vier Jahre lang beim FC Schalke aktiv, weiß um die Bedeutung der Partie. "Sollte Schalke Meister werden – so ein Fest hätte die Bundesliga noch nicht gesehen", sagte der Linksverteidiger. "Es wird ein sehr gutes Spiel, in dem es um viel geht. Und ich gehe davon aus, dass wir die Punkte holen werden", betonte der Bremer.

Dann könnte Rekordmeister Bayern München nach dem Einzug ins Champions-League-Finale auch gleich den Meister-Sekt kaltstellen. Vorausgesetzt, die "Euro-Helden" leisten sich gegen den VfL Bochum keinen Patzer. Die Statistik spricht gegen die Revier-Elf, die nur einmal in 33 Versuchen in München gewinnen konnte. Die Bayern-Profis sehen dem Saisonfinale entspannt entgegen. "Jetzt kommt die schönste Zeit der Saison. Champions-League-Finale, Pokalfinale, in der Bundesliga ganz oben – wem würde das keinen Spaß machen?", befand Nationalspieler Philipp Lahm.

Der Kampf um Rang drei wird wohl bis zur letzten Minute spannend bleiben. Sowohl der Vierte Bayer Leverkusen (57 Punkte) als auch der Fünfte Borussia Dortmund (56) könnten mit Heimsiegen am Wochenende an Bremen (57) vorbeiziehen und am letzten Spieltag im Fernduell um die Champions League kämpfen. "Wir haben es selbst in der Hand, und weil wir so lange Tabellenführer waren, wäre es enttäuschend, wenn wir nicht in die Champions League kommen würden", meinte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler vor dem letzten Heimspiel gegen Hertha BSC.

Im Bemühen um den Klassenverbleib heißt die Zauberformel "zwei aus fünf". Der SC Freiburg (31) hat aus dem bedrohten Quintett derzeit die besten Chancen, auch in der nächsten Spielzeit im Oberhaus dabei zu sein. Schon ein Remis in Köln könnte die Rettung bedeuten. Nürnberg (28) und Bochum (28) stehen ebenso wie Hertha BSC (23) vor schweren Auswärtsaufgaben. Hannover (27) kann sich mit einem Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach wieder in Position bringen. Kapitän Arnold Bruggink gab die Parole aus: "Kritik hilft nicht mehr, es hilft nur noch: Augen zu und mit dem Kopf durch die Wand."