Es wird spannend beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Hinsichtlich der Personalplanungen für die kommende Saison sagte gestern Präsident Volker Rehboldt: "Ich gehe davon aus, dass wir noch in dieser Woche die ersten Namen präsentieren können."

Magdeburg. Nach einem wahren Seuchenjahr wird sich der Club von den meisten Spielern trennen und hat dabei den Vorteil, dass fast alle Verträge auslaufen. Einen Kontrakt über 2010 hinaus besitzen nur Stephan Neumann, Marko Verkic, Christian Beer und Radovan Vujanovic (sogar bis 2012). Doch bei Letzerem stehen die Zeichen ganz offensichtlich auf Trennung.

Die Fronten sind auf beiden Seiten verhärtet. Der Stürmer hatte sich kürzlich via Boulevardpresse heftig über Rehboldt beschwert. Inzwischen lehnt der Stürmer eine weitere Stellungnahme ab. Aber auch der Club-Chef will sich zu der Personalie öffentlich nicht äußern.

Nach Volksstimme-Informationen beabsichtigt der Club, den (zu) teuren Spieler – ähnlich wie in der vergangenen Saison Najeh Braham – mit aller Macht loszuwerden. In erster Linie wegen seines üppigen Gehalts, das bei einem Monatssalär von 12 000 Euro in vier Jahren immerhin 576 000 (!) Euro ausmachen würde. 2008 waren die Verantwortlichen bei dessen Verpflichtung ein hohes Risiko eingegangen, aber eben auch fest vom Aufstieg überzeugt. Mittlerweile hat der Verein seine Ambitionen notgedrungen zurückgeschraubt, und da passt ein Großverdiener nicht mehr ins Budget.

Vujanovic, der gerne höherklassig spielen möchte, werden derweil intensive Kontakte zu RW Erfurt nachgesagt, wo mit Stefan Emmerling sein ehemaliger Trainer (Kickers Emden) arbeitet.

Der zweite "Knipser" im Team heißt Lars Fuchs, der mit seinem 15. Saisontreffer gegen den FC Oberneuland (Endstand 5:0) Vujanovic in der internen Torjägerliste sogar überholt hat und gehalten werden soll. Doch daraus wird wohl nichts. Dem in Braunschweig wohnhaften Fuchs liegt nach Volksstimme-Informationen ein interessantes Angebot von Hannover 96 vor, das nicht nur den Einsatz in der Regionalligamannschaft beinhaltet.

Denis Wolf bleibt dem FCM dagegen mit hoher Wahrscheinlichkeit erhalten. Der lange verletzte Flügelflitzer, der jetzt gegen Oberneuland voll zu überzeugen vermochte und sein erstes Saisontor erzielte, steht kurz vor einer Vertragsverlängerung.

Auch die beiden Holländer Marvin Wijks und Rowin van Zaanen, die beim Probetraining einen guten Eindruck hinterließen, sollen vertraglich an den FCM gebunden werden. Gleiches gilt für Abwehrspieler Silvio Bankert.

Auf alle Fälle dreht sich das Personalkarussell gewaltig. Und der FCM besitzt bei möglichen Neuverpflichtungen keine schlechten Karten. Rehboldt: "Unser Vorteil ist, dass der Markt relativ viel hergibt. Das kam auch für uns einigermaßen überraschend, dürfte aber die logische Folge davon sein, dass so mancher Klub in finanziellen Schwierigkeiten steckt." Der Präsident nannte als Beispiele Eintracht Braunschweig, wo die Zeiten von hohen Gehältern längst vorbei sind, Tennis Borussia, Türkiyemspor oder den FC Oberneuland und betonte: "Die Fülle tauglicher Dritt- und Viertligaspieler ist deutlich größer geworden." Nun müssen der neue Trainer Ruud Kaiser und Manager Rüdiger Bartsch "nur" noch die richtige Mischung finden ...