Das Titelrennen in der Fußball-Harzoberliga bleibt auch vor den anstehenden Nachholspiel-Wochenenden spannend, Askania Ballenstedt und Olympia Schlanstedt gaben sich auf fremden Platz keine Blöße. Im Tabellenkeller verließ Grün-Gelb Ströbeck durch einen Punktgewinn gegen Veckenstedt vorläufig die Abstiegsränge, der punktgleiche Rivale FSV Ilsenburg II hat aber noch drei Nachholspiele in der Hinterhand.

SV 1920 Ermsleben – Askania Ballenstedt1:3 (0:1)

Das Nachbarschaftsderby begann mit guten Szenen auf beiden Seiten, vom deutlichen Unterschied in der Tabelle war wenig zu sehen. Der Tabellenletzte hatte sogar leichte Feldvorteile, im Abschluss fehlte allerdings einmal mehr die nötige Durchschlagskraft und auch das nötige Quentchen Glück. Dies hatten auf der anderen Seite die Ballenstedter, als der Schiri vor dem Führungstreffer ein Handspiel übersehen hatte. Sebastian Dorst schoss die Askanen mit 1:0 in Front. Die Ermslebener zeigten sich aber unbeeindruckt, vor allem in den ersten Minuten nach Wiederanpfiff agierte der Aufsteiger sehr schwungvoll. In der 57. Minute verlängerte Christian Krieg per Kopf einen Freistoß von Kapitän Heiko Kühne und am langen Pfosten schoss Hagen Topf zum hochverdienten Ausgleich ein. Die Freude währte aber nur kurz, denn schon eine Minute später nutzten die Gäste eine Unaufmerksamkeit im Ermslebener Mittelfeld zur erneuten Führung. Die Ermslebener zeigten auch nach diesem Rückschlag eine gute Moral und drängten auf den Ausgleich, bis ein fragwürdiger Elfmeterpfiff für die Entscheidung sorgte. Ralf Vielahn ließ sich die Chance nicht nehmen.

Torfolge: 0:1 Sebastian Dorst (31.), 1:1 Hagen Topf (57.), 1:2 Christian Frohburg (58.), 1:3 Ralf Vielahn (78. FE); Schiedsrichter: Uwe Wille (Dingelstedt).

Germ. Groß Quenstedt – Olympia Schlanstedt2:6 (2:3)

Beide Teams spielten vom Anpfiff weg mit offenem Visier, den besseren Start erwischte der Aufstiegsanwärter aus Schlanstedt. Sebastian Schweinehage brachte den SV Olympia mit einem Kopfball und einer Direktabnahme nach zu kurzer Faustabwehr mit 2:0 in Führung. Groß Quenstedt zeigte sich aber unbeeindruckt, nach weitem Einwurf von Roland Hirsemann verkürzte Ronny Zimmermann im Nachsetzen. Auch das 1:3 durch einen Elfmeter nach Foul von Manuel Meyer steckten die Germanen sehr gut weg, erneut war es Zimmermann, der die Groß Quenstedter mit dem Anschlusstreffer ins Spiel zurück brachte. Für die zweite Halbzeit hatte sich die Heimelf viel vorgenommen, wurde aber durch den Treffer von Christoph Henze kalt erwischt. Fortan bestimmte Olympia Schlanstedt eindeutig das Geschehen, die Gastgeber kamen nur noch zu wenigen Chancen. Erneut Henze und Marcel Bauermeister schossen schließlich noch einen deutlichen Gästesieg heraus.

Torfolge: 0:1, 0:2 Sebastian Schweinhagen (4., 15.), 1:2 Ronny Zimmermann (22.), 1:3 Stephan Krull (26. FE), 2:3 Ronny Zimmermann (38.), 2:4, 2:5 Christoph Henze (50., 75.), 2:6 Marcel Bauermeister (82.); Schiedsrichter: Edgar Hörold (Harzgerode).

Grün-Gelb Ströbeck – SV Veckenstedt1:1 (0:1)

Mit einem Punkt war beiden Teams nicht geholfen, während Veckenstedt seine Minimalchance im Aufstiegskampf einbüßte, dürfte es auch Ströbeck aufgrund der vielen Nachholspiele der Konkurrenten im Abstiegskampf sehr schwer haben. Die Veckenstedter waren in der ersten Halbzeit eindeutig das bessere Team, hatten sowohl läuferisch als auch spielerisch klare Vorteile. Christoph Zwenzner (1.) sowie Denny Laue mit einem Latten-Kopfball und Denis Hotho im Nachschuss (4.) verpassten Großchancen zur Führung. Ein umstrittener Elfmeter, Steven Zander bekam das Leder unglücklich an die Hand geschossen, brachte Veckenstedt kurz vor dem Pausenpfiff doch noch in Führung. Tino Laue verwandelte sicher. Mit Beginn der zweiten Halbzeit legte der Gastgeber seinen Respekt ab und gestalteten das Geschehen deutlich offener. Nach Eckball von Gordon Hauffe köpfte Lars Bergmann das Leder zum nicht unverdienten Ausgleich ein. In der Schlussphase nahm das Spiel deutlich an Hektik zu, beide Teams wollten unbedingt gewinnen. Doch sowohl Gordon Haufe, Martin Panterodt und Thomas Wohlleben auf Ströbecker Seite als auch die Veckenstedter Tino und Denny Laue ließen gute Möglichkeiten zum Siegtreffer ungenutzt.

Torfolge: 0:1 Tino Laue (45.+1 HE), 1:1 Lars Bergmann (65.); Schiedsrichter: Uwe Hübner (Wernigerode).

Cattenstedter SV – TSV Wasserleben0:1 (0:1)

In einer trotz der aus Cattenstedter Sicht sehr bedeutenden Partie sahen die Zuschauer eine sehr faire Begegnung unter Leitung des guten Schiris Hans-Joachim Walter. Beide Teams spielten sehr offensivfreudig, vor allem die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr. Erst traf Daniel Gnädig nur die Querlatte (3.), zwei Minuten später landete ein Schuss von Ronny Jahns am Pfosten. Die erste hochkarätige Chance der Gäste folgte in der 28. Minute, CSV-Keeper Marco Kohlrusch parierte einen Schuss aus Nahdistanz reaktionsschnell. Doch auch TSV-Schlussmann André Komor zeigte auf der Gegenseite gegen den frei durchgelaufenen Jahns sein Können (31.). Eine Standardsituation verhalf den Gästen kurz vor der Pause zum Führungstreffer, Sebastian Schmidt fälschte einen Freistoß ins eigene Tor ab. Nach Wiederanpfiff neutralisierten sich beide Teams. Zwar bemühte sich Cattenstedt um den Ausgleich, musste aber bei gefährlichen Kontern der Wasserleber stets auf der Hut sein. So wurde Wasserlebens Christian Fengler erst im letzten Moment gestoppt (65.), nur zwei Minuten später wurde auf der Gegenseite auch Gnädig gerade noch am Abschluss gehindert. Die größte Ausgleichschance hatte René Fischer, der das Leder freistehend über das Tor köpfte (71.). Da auch Nick Festerling im Gegenzug an Kohlrusch scheiterte, blieb es bis zum Schlusspfiff beim knappen und insgesamt etwas glücklichen Wasserleber Sieg.

Tor: 0:1 Sebastian Schmidt (39. Eigentor); Schiedsrichter: Hans-Joachim Walter (Elbingerode).

TuS Elbingerode – Fortuna Halberstadt5:1 (2:1)

Mit einem vor allem in dieser Höhe unerwarteten Sieg setzte TuS Elbingerode seinen Höhenflug fort und schob sich auf einen einstelligen Tabellenplatz vor. Die Oberharzer erwischten einen Start nach Maß, Martin Jung traf mit einem 20-Meter-Schuss zur wichtigen Führung. In einer gutklassigen und fairen Partie unter der Leitung des guten Referees Ingolf Richter setzte TuS weiterhin die Akzente, Daniel Silla verfehlte das Fortuna-Gehäuse mit einem Kopfball nur knapp (15.). In der 32. Minute bahnte sich mit dem 2:0 durch Andreas Kühnold eine Vorentscheidung an, doch Andy Sparwasser brachte die Fortunen nur fünf Minuten später mit dem Anschlusstreffer wieder zurück ins Spiel. Die zweite Halbzeit stand dann aber ganz im Zeichen des Elbingeröder Martin Jung, der sich zum überragenden Spieler der Partie aufschwang. Blieben zwei Sololäufe des TuS-Kapitäns noch ohne Erfolg (60., 71.), so schoss er seine Farben im weiteren Verlauf mit einem lupenreinen Hattrick quasi im Alleingang zum Sieg. Beim vierten Treffer erhielt er allerdings tatkräftige Unterstützung des Halberstädters Sebastian Radau. Kurz vor Schluss hätte Kühnold fast noch das halbe Dutzend voll gemacht, er verfehlte das Gästetor nur knapp (89.).

Torfolge: 1:0 Martin Jung (3.), 2:0 Andreas Kühnold (32.), 2:1 Andy Sparwasser (37.), 3:1, 4:1, 5:1 Martin Jung (71., 78., 85.); Schiedsrichter: Ingolf Richter (Thale).

TSV Zilly 1911 – SV Darlinger./Drüb.3:3 (2:2)

Obwohl die Gäste eine Reihe von Stammspielern ersetzen mussten, waren sie in der ersten Halbzeit das klar spielbestimmende Team. Unter tatkräftiger Mithilfe der Zillyer Abwehr, die beim ersten Gegentreffer scheinbar noch in der Kabine war, traf Franz Lüderitz zur schnellen Führung. Die Gäste bestimmten auch in der Folge das Geschehen, kassierten aber nach einer halben Stunde durch einen Fernschuss von Hendrik Heicke völlig überraschend den Ausgleich. Ein zweites Geschenk der Zillyer verhalf den Gästen zwar zur erneuten Führung, doch nur drei Minuten später glich Oliver Lindau per Elfmeter, Gert Becker war zuvor im Strafraum gefoult worden, wieder aus. Nach Wiederanpfiff verlief die Partie etwas ausgeglichener, Christoph Pinta brachte die Darlingeröder per Elfmeter zum dritten Mal in Führung. Doch auch diesen Rückstand egalisierte der TSV durch Daniel Harsdorf. Nach dem 3:3 hatten beide Teams noch zahlreiche hochkarätige Chancen, die jedoch zum Teil leichtfertig vergeben wurden. Auf Zillyer Seite verpasste es der junge David Bomeier, seine starke Leistung mit einem Torerfolg zu krönen, Lindau traf in der 89. Minute mit einem Freistoß nur den Außenpfosten.

Torfolge: 0:1 Franz Lüderitz (3.), 1:1 Hendrik Heicke (30.), 1:2 Julius Friedrich (35.), 2:2 Oliver Lindau (38. FE), 2:3 Christoph Pinta (60. FE), 3:3 Daniel Harsdorf (74.); Schiedsrichter: Diethardt Löchner (Königerode).

Grün-Weiß Rieder – Blankenburger FV II4:2 (2:0)

Nach vier Niederlagen in Folge brauchte Rieder unbedingt einen Sieg, die erste Möglichkeit hatten aber die Gäste. Rieders Keeper Rainer Go- lembski wehrte in höchster Not zur Ecke ab. Im Anschluss an diesen Eckball wurde Blankenburg eiskalt ausgekontert. Nach Vorarbeit von Dirk Kolar und Daniel Büttner vollendete Christoph Lindenberg mühelos. Nur drei Minuten später setzte sich Daniel Broß im Strafraum gut durch, tunnelte den Gästekeeper und Jan Fröhlich staubte zum 2:0 ab. Die Gäste reagierten sichtlich geschockt, Keeper Beesch verhinderte gegen einen Foulelfmeter von Axel Probst die Entscheidung (25.). Auch Thomas Weinzierl und Lindenberg vergaben mit Lupfern eine höhere Pausenführung. Nach der Pause dezimierten sich die Blankenburger durch eine Gelb-Rote Karte von Oldie Lars Hauke (48.), In Überzahl verlor Rieder allerdings den Rhythmus und musste durch einen Doppelschlag den Ausgleich hinnehmen. Erst danach fand die Heimelf zu ihrem Spiel zurück, Büttner bestrafte einen Torwartfehler mit der erneuten Führung. Jan Fröhlich machte per Kopfball nach einer Behrens-Ecke alles klar.

Torfolge: 1:0 Christoph Lindenberg (3.), 2:0 Jan Fröhlich (6.), 2:1 (57.), 2:2 (60.), 3:2 Daniel Büttner (70.), 4:2 Jan Fröhlich (80.), Schiedsrichter: Sebastian Wienecke (Halberstadt); bes. Vorkommnisse: Beesch (Blankenburger FV II) hält Foulelfmeter von Probst (25.), Gelb-Rote Karte gegen Lars Hauke (BFV II) wegen absichtlichem Handspiel (48.).