Mit einem Zittersieg hat sich der FSV Grün-Weiß Ilsenburg in der Fußball-Landesklasse einen Platz in der oberen Tabellenhälfte zurückerobert. In einem Duell zweier ersatzgeschwächter Teams besiegten die Ilsestädter den abstiegsbedrohten SV Baalberge durch ein Tor in der Schlussphase glücklich aber verdient mit 2:1.

Ilsenburg. Insgeamt zehn Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft musste Ilsenburgs Trainer André Dzial ersetzen, mit Fabian Weber lief ein Spieler der zweiten Mannschaft von Beginn auf. Auch die Gäste mussten einige Stammkräfte ersetzen, gleich drei Spieler fehlten mit Gelb-Sperre. Vielleicht war auch dies ein Grund dafür, dass beide Teams in der ersten Halbzeit passend zum wetter "Sommerfußball" boten.

Vielleicht wäre das Spiel auch anders verlaufen, hätte Sebastian Knapp die Gäste schon in der dritten Minute freistehend aus etwa zehn Metern in Führung gebracht. Im Gegensetz zu seinen Vorderleuten war FSV-Keeper Mike Stötzner aber von Beginn an hellwach. Fortan bestimmten die Gastgeber zwar das Geschehen, Ballberge stand aber in der Defensive gut und ließ nur wenig zu. Bei einem Schuss von Pascal Dreher war der im Tor stehende Gästetrainer Heiko Buhrau zur Stelle (12.).

Der nächste Höhepunkt ließ bis zur 32. Minute auf sich warten, Marcel Bräunel schoss nach einer der wenigen guten Kombinationen über das Tor. Kurz vor der Pause ließ Erik Leßmann die Grün-Weißen doch noch Jubeln, er köpfte einen Dreher-Freistoß zur 1:0-Führung ein. Benjamin Pankrath hatte mit dem Pausenpfiff die Chancen zum Ausgleich, sein Schuss landete aber auf der Lattenoberkante.

Nach dem Wechsel versuchte der SV 08 zunächst, durch mehr Biss und Einsatzwillen besser ins Spiel zu finden, doch fußballerisch blieb das Ganze an diesem Tag einfach zu harmlos. Auf der anderen Seite läutete Michael John mit einem Linksschuss die beste Ilsenburger Phase ein (55.). Im weiteren Verlauf hatten Kevin Hilcke mit strammen Schuss (66.) und Erik Leßmann, der das Leder etwas zu eigensinnig am Tor vorbei schoss (73.), gute Chancen zur Vorentscheidung.

Stattdessen kassierte der FSV im direkten Gegenzug sogar den Ausgleich. Nach Ablage von Patrick Pelka ließ Matthias Ulrich dem Ilsenburger Keeper keine Abwehrchance. Baalberge wollte nun mehr und hatte durch Ulrich (77.) und Pankrath (81.) auch gute Möglichkeiten. Der spielentscheidende Treffer ging aber auf das Konto der Heimelf. Nach einem 20-m-Schuss von Dreher staubte der eingewechselte Tobias Krumbholz zum 2:1 ab (84.). Zwar hatte Baalberge durch Pankrath (85.) und und Pelka (90.), der das Leder nur um Zentimeter am langen Pfosten vorbei schoss zwei gute Möglichkeiten zum Ausgleich, doch auch der FSV Ilsenburg hätte die Partie in der Nachspielzeit bei zwei Chancen von Pascal Dreher und Schelske noch höher gewinnen können.

Insgesamt geht der Sieg aufgrund der Chancenvorteile in Ordnung, wenngleich Baalberge mit etwas mehr Cleverness in der Schlussphase einen Punkt hätte entführen können.

FSV Grün-Weiß Ilsenburg: Stötzner - Eggert, John, Treziak, Ebert, Bräunel (ab 71. Krumbholz), Maneke (ab 87. Heindorf), Hilcke, Dreher, E. Leßmann, Weber (ab 87. Schelske);

SV Baalberge: H. Buhrau – S. Buhrau, Bornemann, Ludwig, C. Buhrau, Labbert, Pankrath, Knapp (ab 55. Sonntag), Schütze, Pelka, Ulrich;

Torfolge: 1:0 Erik Leßmann (42.), 1:1 Mathias Ulrich (74.), 2:1 Tobias Krumbholz (84.); Schiedsrichter: Carsten Gacksch (Aspenstedt); Zuschauer: 58.