Das vorerst letzte Spiel mit der alten Sitzplatztribüne und dem Sprecherturm als Markenzeichen erlebte das Halberstädter Friedensstadion am Sonnabend. Dass der Gegner des arg personell dezimierten VfB Germania mit 3:1 besiegt wurde, freute Fans und Mannschaft um so mehr.

Halberstadt. Mit einem Sonntagsschuss eröffnete Jan Mutschler den letzten Spieltag. Aus rund 20 Meter Torentfernung nahm er den Ball direkt aus der Luft und hämmerte ihn ins obere Eck. In der Spielzeit 2009/10 probierte der Mittelfeldspieler mehrfach mit dieser Technik zum Torerfolg zu kommen, im letzten Heimspiel gegen den FSV Zwickau klappte es. Zwei Minuten später leitete er per Freistoß eine Chance für Ruttke ein, dessen Schuss ging über das FSV-Tor. Danach sorgten in erster Linie die mitgereisten 200 Fans aus Zwickau für Abwechslung. Deren Gesänge, Trommelwirbel und Choreografie über die gesamten 45 Minuten verdienten absolut Respekt.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit gab es ein deutlich attraktiveres Geschehen auf dem Rasen. Nach einer ersten Aktion der Gäste testete Neumann Zwickaus Torwart Gommert. Dieser parierte den verdeckten Schuss. Ein schöner Spielzug der Sachsen endete kurz danach in den Armen von Keeper Kischel. Troschke und Fuchsenthaler hatten sich sehenswert über links durchgesetzt, der Abschluss war indes zu ungenau. Der Schlagabtausch wurde im Gästestrafraum fortgesetzt. Nach Mutschler-Ecke hatten Wejsfelt, Eggert und Reitzig nacheinander die Chance auf das 2:0 (62.). Fuchsenthaler wiederum hatte den Ausgleich auf dem Kopf, völlig frei setzte er den Ball aber neben das Tor (65.). Eine Balleroberung von Saalbach leitete das 2:0 des VfB Germania ein. Hosenthien passte dem eingewechselten Salihu in den Lauf. Der Kosovo-Albaner umkurvte den herausgeeilten Gommert und hatte keine Mühe zu vollenden. Nur eine Minute später hatte Salihu die Möglichkeit, auf 3:0 zu erhöhen. Er legte den Ball jedoch ab, obwohl er selbst in aussichtsreicher Position war. Für beide Teams eröffneten sich größere Räume, ständig ergaben sich Möglichkeiten. Ruttkes Einsatz gegen Fuchsenthaler wertete Schiedsrichter Hammer als Foul. Der Stürmer selbst trat an und markierte seinen insgesamt 17. Saisontreffer – Spitzenwert in der Oberliga. Zu seinem zweiten Saisontor kam Shkembim Salihu. Nach einem Konter über rechts flankte Krüger den Ball Richtung Strafraum. Neumann kratzte den Ball von der Grundlinie, passte in den Fünfer und hatte so mindestens 50 Prozent Anteil am folgenden 3:1-Treffer der Halberstädter.

Am Ende feierten die Germanen mit ihren Fans den versöhnlichen Saisonabschluss. Nach 30 Spieltagen landete der VfB auf Tabellenplatz zehn.