Mit dem festen Vorsatz, das erste Seuchen-Halbjahr 2010/11 hinter sich zu lassen, startete Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg gestern in die Rückrunde. Doch der Auftakt verlief keineswegs wunschgemäß. Immerhin konnte Trainer Ruud Kaiser den ersten Probespieler begrüßen.

Magdeburg. Doch der Reihe nach. Erste Maßnahme von Kaiser gestern Vormittag: Er verlegte das Training in die Halle am Stadion, weil der Nebenplatz der MDCC-Arena vereist und damit unbespielbar war. "Die Bedingungen sind einfach zu schlecht", sagte der Holländer, der sich zu Beginn des neuen Jahres dennoch gut gelaunt präsentierte.

Wegen der widrigen Platzverhältnisse muss auch das für morgen geplante Testspiel gegen Zweitligist Union Berlin ausfallen. Über einen Ausweichtermin wurde noch nicht befunden.

Aber selbst die Halle hat so ihre Tücken. Das erfuhr Kaiser sogar am eigenen Leibe. Als der 50-Jährige eine Übung vormachen und bei der Ballmitnahme auf die Explosivität hinweisen wollte, geriet er ins Stolpern und landete unsanft auf dem Bauch ... Den kuriosen Sturz begründete der Chefcoach mit seinen zu stumpfen Hallenschuhen und schob grinsend hinterher: "Hoffentlich hat das kein Fotograf mitbekommen." Hatte keiner ...

Im Mittelpunkt der Medien standen vielmehr zwei Neue – der bis 2012 verpflichtete Kosta Rodrigues (Volksstimme berichtete) und Probespieler Flavian Belson. Kaiser über den 23-jährigen Franzosen: "Ich habe über einen Berater einen Tipp bekommen. Flavian ist gelernter Innenverteidiger, kommt vom FC Metz und hat zuletzt in England bei MK Dons in der Football League One (dritte englische Liga/d. Red.) ge-spielt." Bis Mittwoch soll Belson getestet werden. Ein abschließendes Urteil dürfte jedoch schwierig werden, zumal auch der Union-Test ausfällt.

Belson wird auf alle Fälle nicht der einzige Testkandidat bleiben. "Ich bin noch an einem Stürmer dran, der nächste Woche hier ist, und einem weiteren Spieler, den ich nicht sehen muss, weil ich ihn kenne. Vorher muss ich aber noch Sponsoren-Gespräche führen, denn nur so ist er zu finanzieren", unterstrich Kaiser, der seinem glücklosen Landsmann Eddy Vorm (nur ein Saisontor/d. Red.) mittlerweile die Freigabe erteilt hat: "Wir haben den Vertrag aufgelöst. Er kehrt nicht mehr zurück."

Trotz der schwierigen Bedingungen verteidigte Kaiser im Übrigen seinen Entschluss, auf ein Trainingslager zu verzichten: "Einerseits spare ich lieber das Geld und gebe es für neue Spieler aus, andererseits kann eine Woche in der Türkei oder in Spanien komplett verregnet sein. Und selbst wenn alles glatt läuft, kann man nach einer Woche zurückkehren und die gleichen schlechten Verhältnisse vorfinden." So wie jetzt. Daher weiß auch Kaiser nicht, wie es konkret weitergeht: "Wir müssen improvisieren und von Tag zu Tag neu entscheiden."