Die Stadt hat fast so viele Schneeberge aus dem Stadtzentrum abgefahren wie im vergangenen Jahr. Mehr als 420 Lkw- und Containerladungen mit insgesamt rund 2500 Kubikmetern Schnee landeten auf dem Parkplatz Lange Lake. Anwohner haben rund 170 Container bestellt. 145 sind bereits ausgeliefert worden, 120 auch schon abgefahren, bilanziert der Winterdienst. Die Stadt ruft nun dazu auf, alle Wassereinläufe freizuhalten.

Magdeburg. Der Parkplatz Lange Lake hat sich über die Feiertage zu einer Hügellandschaft entwickelt. 2500 Kubikmeter Schnee aus dem Stadtzentrum hat der Winterdienst hier deponiert.

Die letzten Ladungen trafen gestern ein. Sie kamen von der Strombrücke. Winterdienstchef Andreas Stegemann: "Dort ist der tauende Schnee auf die Fahrbahn gelaufen und hat für Gefahren und auch schon für Unfälle gesorgt." Deshalb mussten die Berge weg. Mit über 420 Lkw- und Containerladungen wurden sie seit Mitte Dezember zur Langen Lake "versetzt".

Auch das Tauwetter birgt Gefahren

Rund 170 Bestellungen von Containern sind beim städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb eingegangen. "145 Container sind bereits zur Verfügung gestellt worden und 120 auch abgefahren. Damit sind unsere Kapazitäten erschöpft", erklärt Andreas Stegemann, Leiter des Winterdienstes. Da ab Mitte der Woche länger anhaltendes Tauwetter angekündigt ist, rechnen die Organisatoren des Winterdienstes vorübergehend mit Entspannung. "Damit könnte auch die eine oder andere Containerbestellung überflüssig werden. Wir bitten darum, den Abfallbetrieb telefonisch unter 5 40 46 88 zu informieren, falls bestellte Container nicht mehr benötigt werden."

Ordnungsbeigeordneter Holger Platz erinnerte gestern in einem Aufruf an die Anliegerpflichten: "Vor allem in den Nebenstraßen ist durch den Wechsel von Tauwetter und Frost auf den Gehwegen teilweise gefährliche Glätte entstanden. Hier müssen Anlieger Sand oder Splitt streuen. Salz darf nur auf Treppen und Rampen eingesetzt werden."

Das Tauwetter birgt außerdem noch eine andere Gefahr. Sollte dieses in Verbindung mit Regen zu schnell einsetzen, kann es zu kleinen lokalen Überschwemmungen kommen. Um diese zu vermeiden, sind ab heute nach dem Beräumen des groben Silvestermülls Einsatztrupps unterwegs, um die Wassereinläufe von Schnee und Eis zu befreien.

Ordnungsbeigeordneter Holger Platz: "Wir bitten insbesondere die Anlieger in Nebenstraßen darum, die Gullys und Einläufe freizulegen, damit das Schmelzwasser ablaufen kann."

Bisher 100-mal "Ersatzvornahme"

Zumindest für ein akutes, plötzliches Tauwetter kann Meteorologe Willi Willmann von der Magdeburger Wetterwarte Entwarnung geben. Ab Donnerstag werden leichte Plusgrade zwischen sechs und sieben Grad Celsius erreicht und auch in der Nacht wird es keinen Frost mehr geben, die Niederschläge halten sich in Grenzen. "Mit einem akuten und schnellen Tauwetter müssen wir deshalb nicht rechnen. Ähnlich sieht es übrigens auch in den Gebirgen aus, so dass die Hochwassergefahr nicht so groß ist", erklärt der Meteorologe.

Seit der höchsten gemessenen Schneehöhe am 28. Dezember ist die Decke auch schon mächtig zusammengeschmolzen. Gestern lag noch eine 11 Zentimeter dicke Schneedecke.

Das Ordnungsamt hat bisher rund 350 Verstöße gegen die Winterpflicht festgestellt. "Das sind deutlich weniger als im vergangenen Jahr", erklärt Stadtordnungsdienstchef Gerd vom Baur.

Das harte Durchgreifen im vergangenen Jahr hat offenbar Früchte getragen. Damals wurden rund 500 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. In rund 100 Fällen musste die Stadt die Gehwege im Rahmen einer "Ersatzvornahme" räumen bzw. streuen. Die Eigentümer der Wege müssen mit den Kosten für den Einsatz und einem Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen.

Schwerpunkte waren vor allem die Altbaugebiete Neue Neustadt, Buckau, Sudenburg, Fermersleben und Salbke.

   

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