Nach mehreren vergeblichen Anläufen hat es nun geklappt: Kosta Rodrigues verstärkt ab der Rückrunde den Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Für Trainer Ruud Kaiser ist der 31-jährige gebürtige Rüsselsheimer mit asiatisch-südeuropäischem Hintergrund (Mutter Inderin, Vater Portugiese) ein Wunschkandidat.

Magdeburg. "Kosta besitzt Qualitäten für die zweite und dritte Liga, ist ein absoluter Profi und im Spielaufbau schon meistens einen Schritt weiter als seine Kollegen", beschrieb Kaiser seinen neuen Lenker im Mittelfeld. Die fehlende Spielpraxis – der vereinslose Kicker hielt sich zuletzt bei Eintracht Frankfurt fit – sieht der FCM-Coach nicht als gravierende Hürde an: "Darüber mache ich mir keine Gedanken. Kosta hat zuletzt zahlreiche Trainingseinheiten absolviert, ist topfit und garantiert in der Lage, uns sofort weiterzuhelfen."

Rodrigues selbst, der mit seiner Familie in Braunschweig lebt, hat sich eine Menge vorgenommen, hält aber dennoch den Ball flach: "Ich bin natürlich happy, dass die vertraglose Zeit beendet ist und freue mich auf meine neue Aufgabe in Magdeburg, möchte jetzt aber auch keine zu großen Versprechungen abgeben. So etwas kann schnell nach hinten losgehen. Fakt ist: Wir waren uns schon länger einig, allerdings gab es noch Probleme mit der Finanzierung, die letztlich ein privater Sponsor übernommen hat."

Bis 2012 hat Rodrigues unterschrieben, will kurzfristig mit dazu beitragen, dass der Club die unteren Gefilde der Regionalliga schnell wieder verlassen und Anschluss ans Mittelfeld herstellen kann.

Die Tatsache, dass der Wechsel zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt (Mannschaft in Abstiegsgefahr, Trainer in der Kritik, Manager entmachtet, Präsidium komplett zurückgetreten usw.) erfolgte, sieht der Betroffene eher gelassen: "Ich bin seit 13 Jahren Profi, habe schon vieles erlebt. Bei anderen Vereinen lief in der Vergangenheit auch längst nicht alles glatt. Die Situation in Magdeburg beruhigt sich auch wieder."

Auch die negativen Erfahrungen, die der 1,70 m große Kicker als Zaungast auf der Tribüne der MDCC-Arena beim 1:6 (!) gegen Chemnitz und 1:2 gegen Hannover 96 II gemacht hat, beunruhigen ihn nicht: "Zu Hause steht ein Team wie der FCM immer unter Druck, weil man das Spiel machen muss und die Erwartungshaltung der Fans stets hoch ist. Ich fand es trotzdem bemerkenswert, wie sehr die FCM-Anhänger ihre Mannschaft immer wieder unterstützt haben." Und weiter: "Erschwerend kommt für diese Truppe natürlich hinzu, dass sie noch sehr jung und damit anfällig für Leistungsschwankungen ist."

Genau diese Lücke kann und will Rodrigues mit seiner Erfahrung schließen: "Ich denke, meine Stärken liegen vor allem darin, ein Spiel zu ordnen und Situationen frühzeitig zu erkennen." Dass er eine längere Eingewöhnungsphase benötigt, glaubt er nicht: "Ich habe fünf Jahre bei Eintracht Frankfurt gespielt, noch immer ein gutes Verhältnis zu diesem Verein und mich dort fitgehalten. Dennoch war es für mich nicht selbstverständlich, mittrainieren zu dürfen, denn manche Clubs befürchten Unruhe und lehnen Gastspieler ab."