Die Hochwasserwarnstufe II wird vermutlich schon heute Mittag für den Bereich Magdeburg ausgerufen. Das sagte gestern ein hydrologischer Mitarbeiter der Landeshochwasservorhersagezentrale. Ob im Laufe der Woche auch die nächste Alarmstufe erreicht wird, war gestern noch unklar. Für den Sonnabend ist zunächst ein Pegelstand von 5,15 Meter vorhergesagt. Ein Scheitel ist nach Angaben der Fachleute noch nicht in Sicht.

Magdeburg. "Wir beobachten jetzt jeden Tag die Pegelvorhersagen. Mehr können wir vorerst nicht tun. Allerdings stehen bei uns schon alle Einsatzkräfte für den Notfall in Alarmbereitschaft", erklärte gestern Ordnungsbeigeordneter Holger Platz.

Noch ist die Lage entspannt in Magdeburg, doch nach den gegenwärtigen Vorhersagen könnten einige Bereiche in den Auengebieten und im Stadtpark überflutet werden. Aus Sicht der Gefahrenabwehr also noch nichts Dramatisches, so Platz. Nur wie geht es weiter?

Das versuchen die Hydrologen der Landeshochwasservorhersagezentrale mit verschiedenen Rechenmodellen abzuschätzen. Jürgen Rose sagte am Nachmittag der Volksstimme: "Ein Scheitel ist für uns noch nicht in Sicht." Die Experten können vorerst nur bis zum Sonnabend eine ungesicherte Aussage treffen. Und die liegt beim Pegel Magdeburg bei 5,15 Meter.

"Das Problem sind die noch liegenden und tauenden Schneemengen im Bereich der tschechischen Gebirge. Die Moldau und die Eger führen Hochwasser mit stark steigender Tendenz", erklärt der Fachmann. Hinzu kommen die milden Temperaturen und der angekündigte Regen, die im zweiten Teil der Woche im Bereich der mittleren und oberen Elbe für weiteres Hochwasser in den Nebenflüssen sorgen. Diese münden ebenfalls im Strom und können zusätzlich den Pegel steigen lassen.

Ob das Pretziener Wehr gezogen werden muss und auch die dritte Alarmstufe erreicht wird, bleibt somit vorerst noch unklar. Das Landesamt für Hochwasserschutz kontrolliert verstärkt die Siele und Deichanlagen.

Erst ab der 3. Warnstufe mit Pegel von 5,90 in Barby (ungesicherte Prognose für Sonnabend liegt bei 5,65 Meter) wird dann auch der Stab für außergewöhnliche Ereignisse in der Stadt einberufen. In diesem Fall werden die Deichwachen eingewiesen und die Wachlokale besetzt.

Selbst bei einem stark ansteigenden Pegel sei nach Angaben des Ordnungsbeigeordneten Holger Platz genügend Zeit, sich auf eine Hochwasserabwehr vorzubereiten. Das Füllen der leeren Sandsäcke werde nach seiner Einschätzung lediglich ein bis zwei Tage in Anspruch nehmen. Weitere Informationen zu den aktuellen Vorhersagen gibt es auch unter

www.hochwasservorhersage. sachsen-anhalt.de