Mit 120 Vereinen, Gruppen, Ensembles und damit mehr als tausend Mitwirkenden soll am Sonnabend die 3. Meile der Demokratie einen neuen Teilnehmerrekord erreichen. Die Organisatoren hoffen auf mehr als 5000 Besucher. Auf mehreren Bühnen werden Bands, Theatergruppen und Prominente in Diskussionsrunden auftreten. Die Stadt, Vereine, Organisationen, die Kirche, Uni und Hochschule wollen sich damit friedlich gegen einen Aufmarsch Rechtsextremer stellen.

Magdeburg. Die 3. Meile der Demokratie könnte eine weitere Qualitätsstufe erreichen. Das erhoffen sich zumindest die Organisatoren des Festes. Wolfram Gebauer vom Organisationsteam der 3. Meile der Demokratie: "So viele Menschen haben sich noch nie an den Vorbereitungen beteiligt. 120 Bands, Vereine, Theatergruppen sorgen mit einem breiten Spektrum von kulturellen Angeboten für ein großes Straßenfest, das seinesgleichen sucht." Ordnungsbeigeordneter Holger Platz fügte gestern auf einer Pressekonferenz hinzu: "Wir haben alles überschlagen und kommen inzwischen auf rund 1000 Mitwirkende."

Das Konzept ging nach seinen Darstellungen bereits in den vergangenen Jahren gut auf: Statt sich mit einer klassischen Gegendemonstration gegen die "Ewiggestrigen" und ihren Aufmarsch in der Innenstadt zu stellen, soll ein friedliches Miteinander ein anderes Signal aussenden: "Tausende Magdeburger zeigen hier ihr Gesicht für die Demokratie." Dass abseits ein paar Neonazis demonstrieren, soll dabei in der Feststimmung untergehen.

Wegen des Aufmarsches werde das Thema "16. Januar" ganz bewusst in den Mittelpunkt gerückt. "Dieses Jahr wollen wir noch mehr auf die Ursachen der Bombardierung der Stadt eingehen", erklärt Holger Platz.

Die Organisatoren wollen an unzähligen Ständen aber auch über die Arbeit und Angebote von Vereinen, demokratischen Einrichtungen wie Schulen und der Universität und Zusammenschlüssen informieren.

Mit der Eröffnung an der Hauptbühne Breiter Weg/Alter Markt um 12 Uhr rollt sich das "Band der Demokratie" hinter dem Sax´n Anhalt Orchester entlang der Meile ab und verbindet alle Aktivitäten entlang des Breiten Weges. Nach dem Zusammenschluss der Meile der Demokratie startet um 13 Uhr das Programm auf allen Bühnen.

"Symbolisch verbinden wir damit alle Akteure und schaffen eine Bannmeile für Intoleranz und Demokratiefeindlichkeit. Das Engagement für eine lebenswerte und angstfreie Stadt geht aber weit darüber hinaus. Gesicht zu zeigen, für ein demokratisches und tolerantes Magdeburg, braucht aber ein solch klares Zeichen an die Gegner desselbigen", führt Susanne Wiedemeyer vom Magdeburger Bündnis gegen Rechts aus.

"Die Besucher kommen dabei aus Interesse, aus Protest gegen den Naziaufmarsch, aber auch um verantwortungsvolle Erinnerung an die Folgen der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus zu demonstrieren", so Wiedemeyer. Sie erklärte weiter: "Wir freuen uns auf diesen Tag der Demokratie und freuen uns auf weiteres Engagement. Beteiligung und Engagement ist jederzeit willkommen und kann beim Bündnis gegen Rechts auf Unterstützung zählen."

Bei der Aktion "Mein rechter, rechter Platz bleibt leer!" interviewen junge Menschen Prominente zum Thema Demokratie. Dies erfolgt auf 12 von Magdeburger Künstlern gestalteten Interviewstühlen.

Zu den Partnern gehören Prof. Matthias Puhle (Museumsdirektor), Helmut Keller (Direktor des Konservatoriums), Norbert Bischoff (Sozialminister), Birgitta Wolff (Kultusministerin), David Begrich (Verein Miteinander e.V.), Waltraut Zachhuber (Superintendentin i.R.), Lutz Trümper (Oberbürgermeister), Rüdiger Koch (Kulturbeigeordneter), Heinrich Sonsalla (Geschäftsführer der Wobau), Peter Petsch (Leiter der Stadtbibliothek), Klaus Pollmann (Rektor der Universität) und Karen Stone (Generalintendantin).

Ein weiterer Höhepunkt ist die Theateraufführung "Hinter den Rosen" ab 15 Uhr im Alten Rathaus. Das Stück des Theaters Magdeburg blickt in die Seelenlage eines Mannes, der Auschwitz überlebte.

Außerdem: Die Straßenbahn der Linie 10 fährt mit der Außengestaltung der Magdeburger ökumenischen Initiative www.hingucken-denken-einmischen.de durch die Stadt.

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