Auf dem "Sports Walk of Fame" werden Elbestädter geehrt, die sich durch ihre Leistungen um den Sportstandort Magdeburg verdient gemacht haben. Die quadratischen Bodenplatten im Breiten Weg "zieren" seit einigen Wochen gelbe Klebefolien. Diese sollen die Platten nicht etwa besser hervorheben, sondern vor Rutschunfällen schützen.

Altstadt. Seit im Januar 2007 die ersten vier Platten in den Breiten Weg versenkt wurden, kamen bis dato 19 weitere Bronzeplaketten im Laufe der Jahre hinzu. Sie sollen die Sportler und Sportlerinnen der Stadt ehren, die durch ihre hervorragenden Leistungen Magdeburgs Ruf als Sportstadt in der Vergangenheit prägten beziehungsweise immer noch dazu beitragen.

Zur Ehrung der Sportskanonen werden von der Stadt unter Federführung des Stadtmarketingvereins Pro Magdeburg und mit Unterstützung von Sponsoren in sporadischen Abständen die Granitplatten mit den Bronzeplaketten in den Gehweg entlang des Breiten Wegs eingelassen. Genau diese Granitumrandung birgt nun aber offenbar eine unmittelbare Gefahr für die Fußgänger.

Folie gegen Rutschgefahr

Stadtführer Gert Sommerfeldt, der von Berufs wegen tagtäglich an den Platten vorbeikommt, ist die farbliche Veränderung der vergangenen Wochen aufgefallen. Leuchtendgelbe Klebefolie umrandet nämlich mittlerweile jede einzelne der Plaketten, auf denen der Name des Geehrten sowie sein größter sportlicher Erfolg eingeprägt sind. Die gelben Folien dienen aber nicht dazu, die Platten für die Vorbeieilenden besser hervorzuheben, sondern sollen vielmehr die Rutschgefahr auf den Steinen beseitigen.

Auf Volksstimme-Anfrage bestätigte Stadtpressesprecherin Cornelia Poenicke gestern, dass der Winterdienst der Stadt hier im Dezember aktiv geworden ist: "Die dunklen Granitplatten sind, insbesondere wenn Schnee oder Schneemehl darauf liegt, tatsächlich sehr glatt."

Die Koordinierungsgruppe Winterdienst habe deshalb kurzfristig im Dezember festgelegt, dass diese Teile der Gedenkplatten abgeklebt werden. Gerade die vielen Besucher des Weihnachtsmarkts sollten dadurch vor Stürzen und Verletzungen geschützt werden.

"Die gelben Klebefolien sind allerdings nur eine provisorische Abhilfe gegen die akute Rutschgefahr", sagte Cornelia Poenicke weiter. Durch die Witterungsbedingungen hat sich daher bereits an einigen Platten die Folie teilweise wieder abgelöst. Eine längerfristige Lösung muss also gefunden werden.

Platten an die Wand?

Gert Sommerfeldt hat diese auch gleich parat: "Da die Magdeburger derzeit ohnehin auf den Leistungen unserer hervorragenden Sportler (symbolisch) herumtrampeln, wäre ein anderer Platz sinnvoller." Er plädiert daher dafür, dass die Gedenkplatten ganz entfernt werden. Eine nahe gelegene Alternative schlägt er auch vor: "Die Wand am nördlichen Ende des Marietta-Quartiers ist doch frei. Dort könnte man die Tafeln senkrecht anbringen und das Umfeld ansprechend gestalten."

Cornelia Poenicke ließ dazu weiter wissen, dass gemeinsam mit dem Stadtmarketingverein nach dem Winter eine optisch ansprechende Lösung für die Bodenplatten gesucht wird.

Neben Olympioniken und Weltmeistern aus jüngerer Zeit wie Handball-Ikone Stefan Kretzschmar oder Boxchamp Robert Stieglitz, dem im April 2010 die Ehre zuteil wurde, haben auch eher unbekannte Sportgrößen ihren Platz auf dem sogenannten "Sports Walk of Fame" gefunden. Arno Bieberstein und Oskar Schiele, die als Schwimmer Anfang des 20. Jahrhunderts olympisches Edelmetall errangen, bleiben so in Erinnerung. Selbst ganze Mannschaften, wie die Europacupgewinner des FCM von 1974, haben ihre Plakette auf dem Breiten Weg.

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