Der 34. Silvesterlauf in Wernigerode war der letzte Auftritt von Ehrenfried Bänsch bei einer Laufveranstaltung. Der 74-Jährige gab an diesem Tag seinen offiziellen Abschied als verantwortlicher Organisator nach mehr als 54 Jahren bekannt und legte den Staffelstab symbolisch in jüngere Hände.

Wernigerode. Einige seiner Wegbegleiter, Vereinskameraden und Freunde verabschiedeten ihn vor dem offiziellen Start des Silvesterlaufes. Sie fanden Worte des Dankes und überreichten kleine Präsente. Auch der Landrat des Harzkreises, Dr. Michael Ermrich, würdigte das jahrzehntelange Engagement für den Sport von Ehrenfried Bänsch.

Am 7. November 1936 in Niederschlesien geboren, kam Bänsch 1946 als Flüchtlingskind nach Wernigerode. Dort erlernte er 1952 den Beruf eines Damen- und Herrenschneiders. Im gleichen Jahr wurde er auch Mitglied der Sektion Ski bei der BSG Aufbau Wernigerode und wirkte als Übungsleiter für das Sommertraining und als Kassierer. Fünf Jahre später wechselte Bänsch dann zur Leichtathletik. Er wurde zum Allrounder bei Dynamo Wernigerode und arbeitete bis 1961 in drei Verantwortungsbereichen. Er war Sektionsleiter, Trainer und Aktiver zugleich. Als Leichtathlet wurde Bänsch zum Spezialisten über die Stadionrunde. Seine Bestzeiten über 400 m flach (51,8 sec.) und 400 m Hürden (59,2 sec.) können sich im Harzkreis auch heute noch sehen lassen.

Das gesamte Programm der leichtathletischen Veranstaltungen in Wernigerode auf dem alten Kohlgarten lag von 1964 bis 1989 in seiner Hand. Besonders hervorzuheben ist die Organisation aller 25 Kreis- Kinder und Jugendspartakiaden in der Leichtathletik und die damit verbundene Förderung und Entdeckung vieler Talente, die in den Trainingszentren von Lok Blankenburg und Dynamo Wernigerode weiter entwickelt wurden. Bänsch führte mit Akribie in all den Jahren Ergebnis- und Rekordlisten.

Nach der politischen Wende 1990 ging es Dank seines Einsatzes mit der Erhaltung der Harzer- und Wernigeröder Leichtathletik-Tradition nahtlos weiter, bis zum 31. Dezember 2010.

Auch Ehrenfried Bänsch fand beim Abschiednehmen für seine Mitstreiter Worte des Dankes. Er vergaß auch nicht, seiner Frau zu danken, die ihn in den vielen Jahren bei seinem großen Engagement für den Sport in Wernigerode und dem Harzkreis unterstützt hat.