In eineinhalb Wochen beginnt für den kriselnden Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg mit dem Auswärtsspiel bei Holstein Kiel (30. Januar/13.30 Uhr) die Rückrunde. Also nicht mehr allzu viel Zeit, um sich zu verstärken und Neuzugänge entsprechend zu integrieren. Zumal es immer wieder neue "Baustellen" gibt.

Magdeburg. Am Dienstag-abend hatte Trainer Ruud Kaiser gegen den forsch auftretenden Verbandsliga-Vierten Haldensleber SC (1:0) getestet, dabei diverse Stammspieler geschont und letztlich nur wenig neue Erkenntnisse gewinnen können. "Es heißt nicht umsonst: Man soll Fußball spielen und nicht Fußball dribbeln. Außerdem war das Balltempo nicht hoch genug. Auch hat mir die Körpersprache gefehlt. Kurzum: Es hat sich niemand aufgedrängt", bilanzierte der unzufriedene Holländer, der weiter händeringend Verstärkungen sucht, dabei aber immer auf neue Problemfelder stößt.

Da ist zum einen Joseph Laumann. Der 31-jährige Stürmer, zuletzt auf Zypern aktiv, ist inzwischen wieder abgereist und dürfte wegen seiner erneut aufgebrochenen Sprunggelenksverletzung kaum die Lücke im Angriff schließen können. "Er besitzt die nötige Qualität, kann sich aber eben nicht anbieten, weil er angeschlagen ist und sich noch am 18. Dezember einen doppelten Bänderriss zugezogen hatte. Wir sind so verblieben, dass er mich anruft, wenn er wieder fit ist", erklärte Kaiser und schloss damit eine kurzfristige Verpflichtung aus. Endgültig abgehakt ist das Thema allerdings damit nicht, denn der Holländer ließ durchblicken, dass er sich einen Wechsel auch für die kommende Saison 2011/12 vorstellen kann.

Zum anderen bemüht sich Kaiser um mehr Stabilität in der Innenverteidigung und lud den Franzosen Joseph Djo Nguijol ein, der gegen Haldensleben auch über die vollen 90 Minuten mitwirkte, sich aber auffallend zurückhielt und in dieser Verfassung keine Verstärkung darstellt. Kaiser nahm den 32-Jährigen dennoch in Schutz: "Er war schlau und hat einfache Bälle gespielt, wollte bewusst Fehlpässe vermeiden, was immer blöde aussieht." Allerdings dürfte auch dem FCM-Coach nicht entgangen sein, dass der Franzose nahezu jedes Risiko scheute und die wenigen langen Bälle alle beim Gegner landeten ... So jedenfalls ist eine Verpflichtung nahezu ausgeschlossen.

Ein weiterer Testkandidat war Flavien Belson, der einen ausgezeichneten Eindruck hinterließ (Volksstimme berichtete), momentan aber versucht, in Schottland unterzukommen. "Kontakt zu ihm habe ich derzeit nicht. Und wenn es doch noch klappt, müsste er erst reamateurisiert werden, was eine vierwöchige Sperre zur Folge hätte", konstatierte Kaiser und sprach von einer "unsinnigen FIFA-Regel, weil ein vereinsloser Spieler zunächst dafür bestraft wird, dass er einen neuen Verein gefunden hat".

Kaiser räumte zudem ein, dass es darüber hinaus auch noch finanzielle Schwierigkeiten gibt: "Es bringt nichts, einen solchen Mann nur bis zum Saisonende zu holen. Momentan ist jedoch lediglich Geld für die nächsten fünf Monate da, für die neue Saison nicht."

Doch damit nicht genug: Auch der Transfer von Shergo Biran ist noch immer nicht unter Dach und Fach. Beide Seiten sprechen zwar von einer grundsätzlichen Einigung, es fehlt aber nach wie vor die Unterschrift. Kaiser geheimnisvoll: "Wir müssen eine gute Lösung finden ..."