Magdeburg. Die Volksstimme hat seit Wochenbeginn das Lesertelefon geschaltet und lässt die dort gestellten Fragen durch die Einsatzleitung beantworten. So fragte Bernd Ackermann, der einen Garten in Friedensweiler hat. Zurzeit werde das Wasser in den Waldsee und das Stadion Neue Welt geleitet, wenn es dort dann überläuft, stehen die Gärten unter Wasser.

Seine Frage: Warum wird das abgepumpte Wasser aus der Furtlake nicht in den Umflutkanal geleitet? Holger Platz: "Die Maßnahme dient allein dem Zweck, bewohnte Gebiete zu schützen. Erfahrungsgemäß wird sich das abgepumpte Wasser über den Biederitzer Busch und die Steinwiese in Richtung Großer Cracauer Anger ausbreiten. Die Gartenanlagen in Friedensweiler sind dem gegenüber nur gering betroffen. Ein weiteres Überpumpen am Steingrabensiel kommt erst dann in Frage, wenn das abgepumpte Wasser über den Bereich Großer Cracauer Anger wieder in die Furtlake zurückfließt und das Pumpen keine Absenkung der Furtlake in Richtung Schwanengraben und Graben A mehr bewirken kann. Ansonsten wäre es unverhältnismäßig."

Ein weiterer Leser hatte bereits am Dienstag am Bürgertelefon der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass der Pionierpark und der Radweg unter Wasser stehen. Doch seitdem habe sich nichts getan. Holger Platz: "Das Tiefbauamt hat bereits vor einigen Tagen auf den Radwegen hinter dem Elbelandhaus entsprechende Schilder aufgestellt. Vom Klosterbergegarten aus gibt es außerdem Absperrbänder. Sollte es dort einen Weg geben, der keine Absperrung hat, wird dringend davor gewarnt, überflutete Flächen zu betreten."

An der Brücke nach Heyrothsberge (stadtauswärts) befinden sich zwei Auffangbecken gegenüber der Einfahrt Ehlegrund. Welche Funktionen haben diese?, fragte unser Leser Herr Matzke. Ordnungsbeigeordneter Holger Platz: "Diese Becken haben keine Hochwasserschutzfunktion."

Werner Pauer fragte, ob sich die Durchflussgeschwindigkeit durch die Abholzung im Bereich der Alten Elbe bemerkbar macht? Holger Platz erklärte: "Ja, die Durchflussgeschwindigkeit hat sich erheblich verbessert." Eine weitere Frage stellte Werner Pauer zur Schadstoffbelastung des Hochwassers und ob dieses untersucht werde. Der Ordnungsbeigeordnete: "Nein, solche Untersuchungen sind nicht vorgesehen."

Elke Moll aus dem Hohefeld-Privatweg möchte wissen, wie die Stadt die Lage in Ostelbien auch im Bereich der Berliner Chaussee einschätzt und welche Empfehlungen gegeben werden. Holger Platz : "Der seit längerer Zeit erhöhte Grundwasserspiegel, der in vielen Teilen Sachsen-Anhalts beobachtet wird, steht nicht im direkten Zusammenhang mit dem Elbehochwasser, obwohl durch das Elbhochwasser natürlich auch der Grundwasserpegel steigt. Zur Verbesserung der Situation in Ostelbien beginnt in diesem Jahr der Ausbau des Furtlakengrabensystems. Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung liegt seit Ende Oktober 2010 öffentlich aus und kann derzeit im städtischen Umweltamt, Julius-Bremer-Straße 8, eingesehen werden. Die Mitarbeiter des Umweltamtes stehen auch für weitergehende Auskünfte zur Verfügung."

Haben Sie eine Frage zum Hochwasser oder wollen Sie vielleicht Ihren Nachbarn loben, der Ihnen uneigennützig beim Auspumpen des Kellers geholfen hat, dann teilen Sie dies der Volksstimme mit. Hinweise oder kleine Episoden nehmen wir gerne unter Telefon (03 91) 5 99 92 32 oder per E-Mail (lokalredaktion@volksstimme.de) entgegen.