Magdeburg. Allmähliches Aufatmen auch in Magdeburg: Nachdem die Flutwelle den Pegel Strombrücke mit 6,28 Meter am Donnerstag passiert hatte, fallen die Wasserstände kontinuierlich: Am Freitag um 6 Uhr wurden 6,17 Meter gemessen, um 12.15 Uhr dann 6,12 Meter, um 14.30 Uhr schließlich 6,09 Meter.

Frank Goreczka, Chef der Landeshochwasserzentrale, macht weiter Hoffnung: "Alle Werte sind wie vorausgesagt eingetroffen. Vom Oberlauf kommt nichts mehr herunter." Grund: In den tschechischen Gebirgen sei die Schneeablage abgeschmolzen, erklärte er.

Um 14 Uhr wurde gestern für die Landeshauptstadt die Hochwasser-Warnstufe 4 aufgehoben, verkündete Holger Platz, zuständiger Beigeordneter und Leiter des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse, am Nachmittag. Allerdings gebe es keinen Grund zur Sorglosigkeit. Durch Drängwasser schwillt der Zipkeleber See in Pechau an. In wenigen Tagen könnten Erholungssiedlungen betroffen sein. Einsatzkräfte beobachten, bei Bedarf werden Sandsackbarrieren aufgebaut, hieß es.

Platz zufolge gebe es auch in Friedensweiler, südlich des Waldsees, eine Stelle, die dem Einsatzstab Sorge bereitet. Auch hier werde kontrolliert, Maßnahmen werden erwogen, um Bungalows zu schützen.

Am Flughafensiel bleiben die Pumpen in Betrieb, gleichfalls in der Furtlake sowie in der Müllerbreite in Randau, sagte der Beigeordnete.

Die Deichwachen bleiben rund um die Uhr im Einsatz. Viele Magdeburger kämpfen weiter gegen die Auswirkungen des Hochwassers. Vor allem in Ostelbien stehen nach wie vor Keller unter Wasser.

Die Feuerwehr war gestern im Einsatz, um ein Reh aus den Fluten auf den Rennwiesen zu bergen. Als sich das Schlauchboot dem verängstigten Tier näherte, erreichte es trockenen Bereich und verschwand. Mehrere verletzte und ein totes Reh waren in den letzten Tagen hochwasserbedingt vom Rettungsdienst geborgen worden.

Menschen seien bislang nicht durch die Flut zu Schaden gekommen, sagte Holger Platz. Zu Sachschäden können noch keine genauen Angaben gemacht werden.

Ob Hochwasserhilfen des Landes gezahlt werden, dazu können derzeit keine Aussagen getroffen werden. Platz: Das sei auch eine der Fragen am Hochwassertelefon der Stadt gewesen. Die Hotline bleibe weiter geschaltet – 5 40 77 77 ist auch am Wochenende erreichbar, hieß es weiter.

Schon heute soll der Pegel Strombrücke auf 5,95 Meter absinken.

Holger Platz zu den weiteren Prognosen: Sonntag werden 5,70 Meter, Montag 5,50 Meter erwartet.

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