Magdeburg. Gute Nachrichten gibt es von den Flussabschnitten der Elbe. Der Pegel sank am Wochenende weiter. Am Freitag lag er an der Strombrücke bei 6,17 Meter, am Sonnabend erreichte er die Marke von 5,94 Metern und gestern von 5,60 Metern. Tendenz weiter fallend. Heute werden 5,40 Meter, bis Mittwoch 5,15 Meter erwartet. Somit gilt seit gestern Abend für die Elbe nur noch Alarmstufe II, für die Umflut war das bereits ab Sonntagmorgen der Fall. Die Stadt sprach dennoch die dringende Empfehlung an die Bürger aus, auch jetzt die Deiche noch nicht zu betreten, weil nach wie vor eine hohe Belastung auf ihnen liegt.

Der Stadtordnungsdienst hat am Wochenende seine Patrouillen fortgesetzt und damit die Deichwachen unterstützt, die für die Überwachung der Deichfestigkeit unterwegs waren. Mit 8 Mitarbeitern plus Einsatzleiter wachten die Ordnungshüter darüber, dass die Deiche nicht unbefugt betreten werden. "Die meisten Probleme machten die Büchnerstraße und der Herrenkrug, deshalb waren wir dort vorranging unterwegs", so Stadtordnungsdienstchef Gerd vom Baur. Bis gestern Nachmittag wurden 55 Platzverweise an Deichtouristen erteilt.

Während sich am Fluss die Lage nun aber weiter entspannt und die Deiche bislang sicher halten, richtet sich das Augenmerk immer mehr auf die kleinen Seen und Grabensysteme. Das Drängwasser steigt immer weiter an, was auf Wiesen zu beobachten ist und z. B. auch an den Waldseen in Friedensweiler, wo längst Gärten unter Wasser stehen. Am Zipkeleber Gutsteich ist täglich ein Wasseranstieg von rund 5 Zentimetern zu beobachten. Dort begannen Feuerwehrleute am Sonnabend mit dem Aufbau eines Schutzwalls aus Sandsäcken. "Das Wasser kommt den Erholungsgrundstücken bedrohlich nah", berichtet Beigeordneter Holger Platz. Aufsteigendes Grundwasser erschwert die Lage noch dazu. Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse, der in den nächsten Tagen in kleiner Form aktiv bleibt, behalte die Problemstellen im Auge, so Platz.

Nach wie vor laufen die Pumpen an der Müllerbreite in Randau, an der Furtlake und am Flughafensiel an der Ehlebrücke. Hier soll durch das Pumpen in den Umflutkanal der Ehlegrund entlastet werden, was auch immer mehr Anwohner nördlich der Berliner Chaussee fordern.