Magdeburg. Wegen des rückläufigen Hochwassers sind am Sonntag gegen 18 Uhr alle Deichwachen eingestellt worden. Auch das Betretungsverbot für die Deiche wurde aufgehoben. Nach den neuesten Prognosen soll der Pegel Strombrücke am Freitag unter die Fünf-Meter-Marke fallen.

Der Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz Helge Langenhan erklärte gestern: "Wenn am Wochenende das Pretziener Wehr geschlossen wird, können wir damit beginnen, die Siele zu öffnen, damit das Wasser aus den Bereichen hinter den Deichen in den Umflutkanal ablaufen kann." Der Feuerwehrchef bittet um Verständnis, dass erst mit einem Pegel von 5,30 Meter das Pretziener Wehr geschlossen werden kann.

Erst dann werden die Siele (Steingrabensiel – für die Furtlake und Friedensweiler, Flughafensiel am Ehlegrund, Pechauer Siel und Zipkeleber Siel) geöffnet. Bis dahin werde an der Furtlake, dem Flughafensiel und der Müllerbreite in Randau weiter abgepumpt.

Das Hauptproblem bleibe nach wie vor das Drängwasser. Das Grundwasserproblem könnte sich noch weiter verschärfen. Die häufigsten Meldungen von Wasser im Keller kommen aus dem Bereich Furtlake und Friedensweiler. Aber auch in anderen Stadtteilen ist die Lage dramatisch.

Am besten sichtbar ist dies an den Seen der Stadt. Sogar sonst unscheinbare Teiche wie die Rothenseer Erdkuhle, die Waldseen, der Zipkeleber Gutsteich sind mit Wasser randvoll und drohen über die Ufer zu treten.

Auch die größeren Seen wie der Barleber See und Neustädter See haben ungewöhnlich hohe Pegel. "Das Grundwasser gleicht sich aus und steigt. Da sind wir wirklich völlig machtlos", erklärt der Feuerwehrchef. Die Einsatzkräfte könnten die Situation an den brenzligen Stellen nur beobachten.

Die bereits verbauten 2000 Sandsäcke werden erst in den nächsten Tagen abgebaut, erklärte Feuerwehrchef Helge Langenhan. Diese würden dann entsorgt werden, während die anderen 8000 bereits gefüllten Säcke im Hochwasserlager der Feuerwehr am Handelshafen verbleiben. "Zumindest bis zum Frühjahrshochwasser werden wir sie dort behalten, um auf böse Überraschungen vorbereitet zu sein", erklärte Helge Langenhan. Der Hochwassereinsatzstab ist seit Wochenbeginn drastisch verkleinert worden.