Das Kunstmuseum Unser Lieben Frauen entwickelt weiter sein Profil. Nachdem das älteste öffentliche Gebäude der Stadt eine repräsentative und zweckmäßige Eingangszone bekommen hat, wird jetzt der Westbau saniert. Über 3 Millionen Euro zusammengenommen fließen in das bekannteste historische Bauwerk nach dem Dom.

Altstadt. Als andere Baustellen wetterbedingt "abstürzten", blieben die Bautrupps am Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen unbeeindruckt.

Das Projekt Museum macht Schule, sei mit Beginn des Jahres 2011 so richtig ins Rollen gekommen, sagt Museumschefin Annegret Laabs. Dabei wird ein lange ausstehendes Vorhaben verwirklicht: Für rund 2,5 Millionen Euro wird der in den 1960er Jahren als Ausstellungsgebäude gebaute Westflügel saniert.

Aktuell sind sechs verschiedene Firmen unterschiedlicher Gewerke am Westbau des Liebfrauenklosters tätig. Die promovierte Kunsthistorikerin ist deshalb dieser Tage oft mitten im Baugeschehen anzutreffen.

Museumscafé und Arkadenöffnung

Annegret Laabs listet auf, was gebaut wird: Gesamterneuerung der Heizung, der Elektrik, Schaffung einer ausreichenden Be- und Entlüftung, Erneuerung der großformatigen Holzfenster. Letzteres geschehe selbstverständlich nach alter Vorlage in Holz und in derselben Aufteilung. Neuverglast werden auch die großen Arkadenöffnungen zwischen Kreuzgang und Veranstaltungsraum/Museumscafé im Erdgeschoss entsprechend dem mittelalterlichen Gesamteindruck. An dieser Stelle bestand eine zum Kreuzgang hin offene, zweischiffige Halle aus dem 12./13. Jahrhundert.
Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und ab 1959 modern wiederaufgebaut.

Meilenstein für Erhalt des historischen Schatzes

Auch Rettungswege im Gebäude werden angelegt. Geschaffen wird ein behindertengerechter Zugang im Zwischenbau zwischen Kirche und Westflügel bis ins 2. Obergeschoss, gleichfalls eine Treppe vom oberen Foyer in das 2. Obergeschoss.

Unliebsame Überraschungen waren bislang bei den Arbeiten nicht ausgeblieben. Im Herbst 2010 wurde der echte Hausschwamm in der Decke im östlichen Kreuzgangflügel entdeckt.

Die Kreuzgangdecke muss nun völlig neu aufgebaut werden, sagte Annegret Laabs. Sie stellte klar: Ausgangspunkt aller Planungen im gut 1000 Jahre alten Gebäude sei der Grundsatz, durch behutsame Maßnahmen die Nutzung als Kunstmuseum und somit die Erschließung des Denkmals für die Öffentlichkeit zu gewährleisten.

Im September dieses Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das Museum bleibe während der gesamten Bauzeit geöffnet, erklärte die Museumsleiterin.

Für den Kulturbeigeordneten Rüdiger Koch sind die Bauarbeiten ein weiterer Meilenstein zum Erhalt der historischen Schätze in Magdeburg. Das geschieht im Kunstmuseum vorwiegend mit Geldern aus dem Konjunkturpaket II. Zu den 2,5 Millionen Euro kämen noch 500 000 Euro aus dem Denkmalpflege-Programm für Dacherneuerung.

Museum hat über 80 000 Besucher im Jahr

Dank dieser Finanzhilfen könne die Stadt das Konzept für das historisch wertvolle Gebäude weiter verwirklichen, erklärte Koch. Die von der Stiftung Klosterberge bereitgestellten Mittel für die geplante Fassadengestaltung (146 000 Euro) am Westanbau bezeichnete der Beigeordnete gleichfalls als wertvollen Beitrag zum Gesamtanliegen. Das Kunstmuseum gehört zu den meistbesuchten Museen Sachsen-Anhalts. Jährlich werden dort 80 000 Besucher gezählt. Die Konzerthalle ist weithin beliebt.

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