Magdeburg. Im wahrsten Sinne eiskalt erwischt hat es die Magdeburger gestern. Gegen 7 Uhr setzte nicht nur Schneefall ein, sondern mit ihm verwandelten sich vor allem die Straßen und Wege in glatte Pisten.

Das lag an der hohen Luftfeuchtigkeit, erklärte Mario Brych vom Deutschen Wetterdienst Magdeburg. Als dann der "leichte bis mäßige Schneefall den leicht angefrorenen Boden erreichte, wurde es plötzlich glatt".

Das Winterwetter zog vom Westen her in die Stadt. Das bestätigte Mario Brych, der den Verlauf anhand des Radarbildes verfolgen konnte. "Vor allem der Süden und Westen der Stadt waren von Schnee und Eisglätte betroffen." Dort fielen auch die meisten Flocken, bis zu zwei Zentimeter Neuschnee. Zum Nordosten hin hat der "kleine" Wintereinbruch etwas nachgelassen.

Das zeigt sich auch in der Unfallstatistik: Unter Notruf 112 wurde der Rettungsdienst bis zum Nachmittag 15 Mal zum Einsatz gerufen, weil Passanten Opfer der Glätte wurden. "Das sind relativ viele Stürze", so ein Sprecher der Leitstelle. Dabei war der Westen der Stadt häufigster Einsatzort (u. a. Große Diesdorfer Straße, Robert-Koch-Straße), im Osten war es wesentlich ruhiger.

Vom Rettungsdienst sind alle Gestürzten in die Krankenhäuser der Stadt gebracht worden.

Am schlimmsten sah es jedoch auf den Straßen aus. Vor allem in der ersten Tageshälfte kam es zu zahlreichen Unfällen. Bis 17 Uhr registrierte die Polizei 68, vorrangig Auffahrunfälle. Allein bis 13 Uhr hat es 61 Mal gekracht. Am Nachmittag kamen dann "nur" noch 7 Unfälle hinzu.

"Das sind deutlich mehr als normal", ist das Fazit von Polizei-Pressesprecher Stefan Brodtrück. So viele Auffahrunfälle habe es in diesem Winter in so konzentrierter Zeit noch nicht gegeben. Nicht einmal an den "starken" Wintertagen. Zum Vergleich: Nach dem Schneeeinbruch Anfang Dezember vermeldete die Volksstimme am 9. Dezember 50 Unfälle in der Zeit von 6 bis 18 Uhr, am 18. Dezember nach Neuschnee waren es 40.

Darauf hatten sich die Verkehrsteilnehmer auch einrichten können, ist die Erfahrung der Polizei. Die Glätte gestern hat die Fahrer/-innen "im wahrsten Sinne eiskalt erwischt", so Stefan Brodtrück.

Bei den Unfällen im Straßenverkehr hat es übrigens keine örtlichen Eingrenzungen gegeben: "Aus der ganzen Stadt wurden Unfälle gemeldet", so der Polizeisprecher. Die Beamten waren ununterbrochen im Einsatz, von einer Unfallstelle zur nächsten.

Glück im Unglück: Es hat vor allem Blechschäden gegeben und nur einen Leichtverletzten.

Auch für heute gibt es vom Wetterdienst keine Entwarnung. Die Wolkendecke reißt über Nacht auf und es wird kalt, so Mario Brych gestern. Bis zu minus 5 Grad kann es geben, und Dauerfrost ist angekündigt. "Der Winter ist zurück."