Der Stadtrat hat am Donnerstagabend auf Antrag von CDU/BfM die Bildung einer Arbeitsgruppe Grund- und Oberflächenwasser beschlossen. Experten sollen die Lage sondieren und vor allem mittel- und langfristige Lösungen suchen. Eine Schlussfolgerung aus der aktuellen Lage nannte Holger Platz am Donnerstag bereits vor dem Rat: Das Ostelbien-Programm zum Hochwasserschutz werde auf den Prüfstand gestellt. Außerdem: Schwerpunkte im Westen der Stadt sollen erfasst werden.

Altstadt. Noch lasse das Programm offen, ob das Schöpfwerk am Steingrabensiel gebaut wird oder nicht, erläuterte der Kommunalbeigeordnete. Aber angesichts der Lage sei er zu der Überzeugung gekommen, dass ein solches Schöpfwerk/Pumpstation erforderlich sei.

Damit trifft Platz die Meinung vieler Bewohner der Gegend um die Furtlake. Kritiker bemängeln, dass die derzeitigen großangelegten Pumpaktionen bis gestern zwar Erleichterung brächten, im Grunde aber nicht nachhaltig seien, weil das Wasser nur innerhalb des Polders (Überschwemmungsgebiet) bewegt wird. Das komme doch immer wieder zurück in die Keller, hatten sowohl Dieter Fliegenschmidt als auch Dr. Staevie gegenüber der Volksstimme bemängelt.

Zweite Schlussfolgerung: Die Unterhaltungsverbände für die Gräben und Wasserläufe werden künftig stärker in die Pflicht genommen. Drittens, so Holger Platz, müsse endlich die Finanzfrage geklärt werden. Denn: Das Ostelbienprogramm zum Hochwasserschutz kostet die Stadt 10 Millionen Euro. Dafür bekäme man nicht einen Cent Fördergeld. Da alles aus dem Stadthaushalt bestritten wird, könne das Programm nur schrittweise verwirklicht werden, das Pumpwerk nach bisherigem Stand erst 2014.

Es war am Donnerstagabend zwar keine Aktuelle Stunde zum Grundwasser, was manche Bürger erwartet hatten. Aber im Zusammenhang mit dem Antrag von CDU/BfM stand das Thema zentral in der Debatte. Angesichts der Situation müsse unverzüglich gehandelt werden, forderte Fraktionschef Wigbert Schwenke. Neben einer kurzfristigen bedürfe es auch einer mittelfristigen Strategie. Die Seen auf den Feldern um Ottersleben oder nasse Keller in Olvenstedt sprechen eine beredte Sprache, fügte er hinzu.

<6>Sein Fraktionskollege Gunter Schindehütte forderte auf zu recherchieren, wo es überall in der Stadt Entwässerungsgräben und Drainagen gegeben hat. Hier solle man künftig ansetzen.

<7>Er machte das am Beispiel der Liststraße fest, wo früher immer ein Graben neben der Straße verlief. Heute fehle der, dafür gebe es unter den dortigen Brücken ständig Probleme mit dem Oberflächenwasser.

Mit dem Antrag beschloss der Rat, dass die Stadtverwaltung eine Übersicht über alle Stadtteile erarbeitet, die vom Schichtenwasser betroffen sind. Das hatten Jana Bork und Hugo Boeck von den Linken in einem Änderungsantrag vorgeschlagen.

Zugleich soll ermittelt werden, an welchen Stellen in den betroffenen Gebieten während der letzten 20 Jahre Drainagen entfernt, Gräben zugeschüttet bzw. Pumpsysteme abgestellt wurden. Die Ergebnisse sollen sowohl dem neu zu gründenden Arbeitskreis als auch dem Stadtrat vorgelegt werden.

Vom Rat wurden die derzeit großflächigen Aktionen in Ostelbien registriert. Das Furtlakeprogramm ist auf dem Weg, kostet 4 Millionen Euro.

Laut Holger Platz werden künftig die Stadtbereiche westlich der Elbe eine stärkere Rolle spielen müssen. Es wird auch überprüft, ob der Unterhaltungsverband Ehle/Ihle seine Aufgaben bei der Freihaltung der Furtlake im Biederitzer Busch ordnungsgemäß wahrgenommen habe, sagte er nach der Sitzung. Bürger hatten das kritisiert.

Die Stadt wird mit dieser Arbeitsgruppe, die es im Kern bereits gegeben haben soll, der Landesarbeitsgruppe beitreten, kündigte Platz an.

   

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