Bauprobleme am Museum: Während der Extremwinter das Bauprogramm am neuen Südverbinder durcheinanderwirft, läuft es auch im Innenbereich nicht zeitplangemäß. Der bis Ende 2010 geplante Abschluss der großangelegten Dauerausstellung im Naturkundemuseum zieht sich hin – voraussichtlich bis weit ins Jahr 2012.

Altstadt. Wermutstropfen in der ansonsten heilen Museumswelt Magdeburgs: Die mit großem kommunalpolitischen und Presseecho begleitete Neupräsentierung des Museums einschließlich der Dauerausstellung kommt zeitlich ins Stocken.

Nach dem Start Ende 2009 mit dem publikumswirksamen Tiersaal im Naturkundemuseum wurden 2010 die Arbeiten am Aufbau der Ausstellungsthemen "Lebensräume Sachsen-Anhalt" sowie "Eiszeit und Klimawandel, der Übergang zur Gegenwart" fortgesetzt. Wesentliche Teile der benötigten Infrastruktur angeschafft, aufgebaut und mit Exponaten bestückt.

Aber: Entgegen der ursprünglichen Planung konnte jedoch der Aufbau der Dauerausstellung zum 31. Dezember 2010 noch nicht abgeschlossen werden, räumte Kulturbeigeordneter Rüdiger Koch am Donnerstag im Stadtrat ein. In sein Dezernat fällt die Verantwortlichkeit für die Magdeburger Museen. In einem von den Abgeordneten nicht weiter diskutierten Papier begründete er die Verzögerung:

Dies sei zum einen begründet in den nicht vorhersehbaren Kostensteigerungen für die Vitrinen. Hier will das Museum auch nicht sparen, sind sie doch entscheidend für das allgemeine Erscheinungsbild der Ausstellung und für die niveauvolle Objektpräsentation.

Dadurch mussten jedoch andere Bereiche aus finanziellen Gründen zurückgestellt werden, erklärte Koch. Außerdem soll es zu unerwartet langen Lieferzeiten gekommen sein.

Weiter heißt es: Da Planung und praktische Umsetzung des Aufbaus der Dauerausstellung fast ausschließlich durch die Museumsmitarbeiter erfolgt, ist dadurch eine Kapazitätsgrenze erreicht worden.

Die Vorbereitungen sind jedoch so weit gediehen, dass im Jahr 2011 zumindest zwei weitere Module für den Besucher eröffnet werden können.

Der Zeitpunkt steht noch nicht genau fest. Die komplette Fertigstellung aber könne erst im 2. Quartal 2012 erfolgen. Dann werde eine moderne, erlebnisorientierte und auf hohem wissenschaftlichen sowie ästhetischen Niveau gestaltete Ausstellung präsentiert, vertröstet Koch Besucher wie Stadträte.

Diese hatten nach einer langen kostenfreien Phase voreiniger Zeit beschlossen, wieder Eintritt zu erheben. 5 Euro pro Erwachsene kostet der Besuch.

Begründet war der Beschluss auch mit der beabsichtigten Präsentation des städtischen Museums im völlig neuen Gesicht einschließlich des Naturkundemuseums. Es stand über Jahrzehnte kriegsbedingt im Schatten des Kulturhistorischen Museums.

Mehr als 1000 Quadratmeter soll dort der gesamte Ausstellungskomplex umfassen.

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